Loch bohren ohne Bohrmaschine? Mit der Bohrraspel kann man manuell Löcher in unterschiedliche Materialien bohren, ohne dass zuerst vorgebohrt werden muss – nicht nur in Holz, sondern auch in Materialien wie Gips, Kunststoff oder Hartfaserplatten.

Unter Handwerkern ist die Bohrraspel auch als Stichling oder Bohrsäge bekannt und sozusagen eine Mischung aus Handbohrer und Raspel.

Aufbau der Bohrraspel

Im Wesentlichen ähnelt die Bohrraspel einer Rundfeile, wartet jedoch mit einigen besonderen Merkmalen auf. Genauso wie eine herkömmliche Feile setzt sich das Werkzeug aus drei Hauptkomponenten zusammen: dem Blatt, der Angel und dem Heft.

Das zentrale Element der Bohrraspel bildet das Blatt, welches üblicherweise aus robustem und langlebigem Stahl gefertigt ist. An einem Ende präsentiert sich die konische Bohrspitze, die geschickt dafür eingesetzt wird, den initialen Bohrpunkt zu setzen. Am entgegengesetzten Ende befindet sich die Angel, die fest im Griff fixiert ist.

Es handelt sich im Grunde um eine Rundraspel, die vorn spitz zuläuft, damit man mit ihr in den Werkstoff eindringen kann.

Entlang der gesamten Länge der spiralförmigen Klinge, die sich nahtlos vom Griff bis zur Bohrerspitze erstreckt, sind scharfe Raspelzähne präzise angeordnet. Diese Raspelzähne leisten die grobe Arbeit und tragen effizient größere Mengen an Material ab oder verändern die Form.

Der ergonomische Griff besteht überwiegend aus widerstandsfähigem Kunststoff oder robustem Holz und bietet eine solide Basis für die Handhabung. Man muss sich vor dem Arbeiten allerdings vergewissern, ob das Blatt auch stets fest im Heft sitzt.

Zudem ist die Bohrraspel in verschiedenen Größen erhältlich, wobei die Länge zwischen 190 mm und 360 mm variiert und der Durchmesser bei 4,5 bis 6,5 mm liegt. Trotz der robusten Bauweise bringt das handliche Werkzeug ein relativ geringes Gewicht von etwa 90 Gramm auf die Waage.

Verwendung der Bohrraspel

  • Loch bohren ohne Strom
  • Loch erweitern
  • Vorbohren für Holzschrauben
  • Vorbohren für Schraubverbindung
  • Vorbohren für Stichsäge oder Laubsäge
  • Aussparungen für Kabel oder Steckdosen bohren
  • Formen und Kurven bei Gipsplatten herstellen

LESETIPP: Holzschrauben vorbohren – Gründe, Hinweise & Anleitung

Einsatzmöglichkeiten der Bohrraspel

Die Bohrraspel zeichnet sich durch ihre Dualfunktionalität aus und ist daher besonders in der Tischlerei sowie Zimmerei gefragt. Hauptsächlich für das Bohren von Löchern in Holz oder um bestehende Löcher zu erweitern. Das ist besonders nützlich bei der Herstellung maßgefertigter Holzmöbel und komplexer Holzkonstruktionen, da sie die Grundlage für stabile Verbindungen schafft.

Im Bereich des Trockenbaus, insbesondere bei der Bearbeitung von Gipskartonplatten (RIGIPS), erweist sich die Bohrraspel ebenso als nützliches Tool. Sie ermöglicht das präzise Bohren von Löchern oder das Glätten der Kanten von Gipskartonplatten, beispielsweise für Kabeldurchführungen oder dem Aussparen für Steckdosen und Lichtschalter.

Nicht zuletzt wird die Bohrraspel auch in der Maschinenwartung eingesetzt. Vorwiegend bei der Reinigung von Düsen in Putzmaschinen, reduziert der Stichling den Arbeitsaufwand erheblich.

Tipps zum Umgang mit der Bohrraspel

Bei der Arbeit mit der Bohrraspel schleichen sich manchmal kleine Fehler ein, die das Resultat beeinträchtigen. Mit den nachstehenden Hinweisen sind Sie solide gerüstet.

  • Handhabung der Drehrichtung

Wenn es um die Handhabung der Bohrraspel geht, spielt die Drehrichtung eine zentrale Rolle. Das Werkzeug ist rechtsdrehend zu verwenden, sprich, im Uhrzeigersinn. Das ermöglicht eine gleichmäßige Abtragung des Materials und schützt die feinen Schneiden.

  • Keine Kraftakte

Die Bohrraspel ist kein Hammer, daher gilt: Einschlagen ist tabu! Mit sanften, drehenden Bewegungen erzielt man die besten Ergebnisse und schont das Werkzeug. Also, lieber mit Fingerspitzengefühl arbeiten als mit Muskelkraft!

  • Fixierung des Werkstücks

Ein klassischer Fehler ist die unsachgemäße Fixierung des Werkstücks, die nicht nur das Resultat beeinflusst, sondern auch gefährlich sein kann. Daher: Sicherheit zuerst und das Werkstück stets fest einspannen!

  • Einsatz auf ungeeigneten Materialien

Die Verwendung der Bohrraspel auf ungeeigneten Materialien kann sich als echtes Manko erweisen. Obwohl sie sich hervorragend für weichere Materialien wie Holz oder Gips eignet, sind harte Materialien wie Metall definitiv nicht empfehlenswert.

Vergleich Bohrraspel und Rundfeile

Es schadet nie, die charakteristischen Eigenschaften verschiedener Werkzeuge zu kennen. In diesem Kontext offenbaren sich nicht nur markante Unterschiede, sondern auch wunderbare Synergien, durch die sich unterschiedliche Werkzeuge, ebenso wie Bohrraspel und Rundfeile, perfekt ergänzen können.

Vergleich Rundfeile und Bohrraspel
Die Rundfeile wird in der Metall- sowie Holzbearbeitung eingesetzt | © AVD / stock.adobe.com

Die Bohrraspel ist in erster Linie darauf ausgerichtet, Löcher in weichere Materialien wie Holz oder Gipskarton zu bohren. Sie zeichnet sich durch ihre spiralförmigen Schneiden mit Raspelzähnen aus.

Um sie zu verwenden, setzt man die Bohrraspel am Werkstück an und dreht sie im Uhrzeigersinn hinein. Anschließend vergrößert man das Loch, indem man die Bohrraspel hin- und herbewegt. Dank dieser Konstruktion kann Material schnell abgetragen werden, wobei das Ergebnis am Ende doch eher grob ist.

Die Rundfeile, die oft in der Metallbearbeitung sowie in der Holzbearbeitung eingesetzt wird, ermöglicht durch ihre runde Form das Bearbeiten von Innenradien und Vertiefungen. Sie ist mit ihren feinen Zähnen darauf spezialisiert, Material abzutragen und Unebenheiten auszugleichen.

Daher ergänzen sich diese Werkzeuge auf effektive Weise. Nachdem die groben Arbeiten mit der Bohrraspel erledigt sind, kann die Rundfeile verwendet werden, um die Bohrlöcher zu verfeinern und ein ansprechendes Finish zu erzielen.

Fazit

Wer auf der Suche nach einem speziellen Handbohrer ohne Strom ist, um präzise Ergebnisse zu erzielen, wird mit der Bohrraspel sicherlich zufrieden sein.

Da man mit eigener körperlicher Kraft bohrt, gewinnt man ein besseres Gespür und behält die volle Kontrolle während des gesamten Bohrvorgangs, im Vergleich zum Arbeiten mit einem Akkuschrauber.

Zudem zählt die Bohrraspel zu den preisgünstigen Werkzeugen und stellt damit eine kosteneffiziente Wahl für jeden Heimwerker dar.

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Gelernter Fußbodenleger (IHK), mit jahrelanger Erfahrung als Sanitär- und auch Vermessungstechniker. Dazu privater Bauherr mit eigenem Haus und Garten. Gründer und Chef-Redakteur von Heimwerkertricks.net