Start Tipps & Tricks Tipps: Basteln & Hobby Hochbeet für den Balkon selber bauen – Anleitung und Tipps

Hochbeet für den Balkon selber bauen – Anleitung und Tipps

29
Hochbeet Balkon
© Peter Maszlen - Fotolia.com

Wer ein Hochbeet haben möchte, braucht dafür nicht zwingend einen Garten. Wir zeigen Ihnen, wie Sie ein Hochbeet für den Balkon ganz einfach selber bauen.

Blumen- und Kräuterfans aufgepasst: wir verraten in dieser praktischen Schritt für Schritt Anleitung, wie man selbst auf dem kleinsten Balkon ein Hochbeet bauen kann, das sogar Platz für den Anbau eigener Lebensmittel bietet. Und das Beste daran: selbst Laien können im Handumdrehen mit ein paar Brettern und etwas Werkzeug ihren Balkon in eine grüne Oase verwandeln.

Vorteile eines Hochbeetes auf dem Balkon

+ Ein Hochbeet ist grundsätzlich für alle Arten von Kräutern, Gemüse, Obst und Blumen geeignet. Lediglich der Platzfaktor kann die Auswahl einschränken.
+ Dank der rückenfreundlichen Höhe macht das Arbeiten daran deutlich mehr Spaß, als knieend auf dem Boden nach Unkraut Ausschau zu halten.
+ Apropos Unkraut: diesem können Sie mit Anti-Unkraut-Vlies vorbeugen (dazu später mehr).
+ Natürliche Feinde von Gemüse, wie Schnecken und Wühlmäuse müssten Ihren Balkon erreichen und das Hochbeet erklimmen, um ihre Leibspeisen zu erbeuten – ein Unding.
+ Die klimatischen Bedingungen können besser kontrolliert werden. So kann nicht nur eher mit dem Aussäen begonnen werden, sondern die Pflanzen gedeihen auch besser.
+ Für die erste Variante – den Hochbeet Tisch – kann zusätzlich ein Frühbeetschutz erworben werden. So wird aus dem Hochbeet mit ein paar Handgriffen ein kleines Gewächshaus.
+ Der Aufwand für den Bau hält sich in Grenzen. Oft können sogar herumliegende Bretter genutzt werden, wodurch auch die Kosten für das Material sinken.
+ Auf chemische Düngemittel kann in der Regel verzichtet werden, da der Humus selbst für optimale Bedingungen sorgt. Durch das verrottende Laub, Gartenabfälle und andere organische Bestandteile entsteht ein natürlicher Dünger.

# Vorschau Produkt Bewertung Preis
1 150 g/m² - Reißfestes Premium Unkrautvlies bzw.... 150 g/m² - Reißfestes Premium Unkrautvlies bzw.... 59 Bewertungen 49,90 € 31,90 €

In diesem Ratgeber stellen wir drei beliebte Hochbeet-Varianten. Diese sind so unterschiedlich wie jeder Balkon selbst – daher sollte auf die Abmessungen beim Kauf der Materialien geachtet werden, ob die Konstruktion letztlich auch wirklich auf den Balkon passt.

Hochbeet selber bauen – unsere Tipps

  1. Bevor der Bau losgehen kann, sollten alle Oberflächen mit einem Exzenterschleifer bzw. Schwingschleifer abgeschliffen werden – sofern das nötig ist. Dieser Schritt ist sinnvoll,
    • + um das Auftragen des Wetterschutzlackes
    • + sowie das Bearbeiten des Materials zu erleichtern und
    • + wenn das Material in einer Farbe lackiert wurde, die nicht zum Rest des Balkons passt.
  2. Damit das Gerät leichter über die Oberflächen gleiten kann, sollten alte Nägel und Schrauben vorher entweder entfernt oder mit einem Senker tiefer in das Holz gelassen werden.
  3. Egal welche Variante es am Ende wird, folgende Dinge sollten unbedingt auf der Einkaufsliste stehen oder bereits im Haushalt vorhanden sein:
    • + Winkel (die Anzahl ist abhängig von der Variante)
    • + Schrauben und Akkubohrer (ebenfalls davon abhängig)
    • + Wetterschutzlack (1 Dose sollte reichen)
    • + Anti-Unkraut-Vlies (1 bis 2 Rollen)
    • + Tacker zum Befestigen des Vlieses
    • + Winkelmesser und Bleistift zum Anzeichnen
    • + Stichsäge

» Extratipp: Für die Außenflächen sind Edelstahl Schrauben bestens geeignet. Für die Innenbereiche reichen herkömmliche Spax Schrauben.

Und nun kann es endlich losgehen!

Variante 1: einen Hochbeet Tisch selber bauen

Ein Hochbeet auf einem Tisch ist ideal, wenn der Balkon etwas größer ist. So ist die Arbeitshöhe sehr angenehm und es steht viel Platz für Pflanzen zur Verfügung.

benötigtes MaterialAnzahl
ein Tisch, auf den später ein Aufsatz gebaut wird

oder selbst gebaut:
+ Grundplatte
+ Holzbeine
1 Stück


1 Stück
4 Stück
Teile für den Aufsatz und Tisch:
+ lange Bretter für den Aufsatz
+ kurze Bretter für den Aufsatz
+ schmalere Bretter als Querstreben
+ optional: Rollen

2 Stück
2 Stück
2 Stück
4 Stück

Hinweis: Die Höhe der Bretter für den Aufsatz ist variabel, 30 cm sollten aber nicht unterschritten werden, damit genug Platz für den Humus und die Wurzeln der Pflanzen ist.

➔ Hochbeet Tisch – Schritt für Schritt Anleitung

Hinweis: Sollte ein Tisch umgebaut werden, können die ersten drei Schritte übersprungen werden.

  1. Zunächst wird die Tischkonstruktion gebaut. Hierzu werden an den beiden langen Brettern jeweils zwei quadratische Holzbalken an der Innenseite montiert, die als Tischbeine dienen. Es empfiehlt sich ein Abstand von etwa 5 cm von der unteren Kante, damit das Gestell stabil ist. Die Holzbeine sollten unbedingt gleich lang sein, damit das Grundgerüst nicht wackelt.
  2. Nun können die kurzen Seitenteile mit Winkeln montiert werden.
  3. Sobald das Gestell steht, kann die Tischplatte hineingelegt werden. Die Tischbeine dienen hierbei als Stütze der Platte. Sollte die Konstruktion zu wackelig sein, können zusätzliche Holzbanken an den Seiten oder in der Mitte montiert werden.
  4. Da das Gewicht aus Humus, Pflanzen und Wasser nicht zu unterschätzen ist, sollte an der kurzen Seite jeweils ein Brett an den Tischbeinen als Querstrebe befestigt werden.
  5. Damit sich kein Wasser in dem Hochbeet staut, empfiehlt es sich Löcher in die Tischplatte zu bohren. So kann die Feuchtigkeit besser verdunsten und ablaufen.
  6. Sofern der Tisch sich leicht bewegen lassen soll, kann unter jedem Tischbein eine Rolle angeschraubt werden. So kann die Konstruktion problemlos in die Wohnräume gerollt werden.
  7. Nun behandeln Sie alle Teile mit dem Wetterschutzlack.
  8. Nachdem dieser gut eingetrocknet ist, wird das Unkrautvlies großzügig ausgelegt und zurecht geschnitten. Damit es nicht verrutscht, sollte es mit einem Tacker befestigt werden.
  9. Welche Erde bzw. Schichten sich für ein Hochbeet empfehlen, verraten wir in dem Abschnitt „Hochbeet FAQ – das sollten Hobbygärtner wissen“.

» Extratipp: Mit einem Frühbeetschutz wird das Hochbeet zu einem Gewächshaus auf dem Balkon. Die Abdeckungen sind in verschiedenen Größen erhältlich und werden lediglich auf die Tischkonstruktion gestellt. Durch die höheren Temperaturen und den Schutz vor Wind und Wetter, gedeihen viele Pflanzen noch besser.

Variante 2: Sichtschutz und Hochbeet in einem

Wenn ein Tisch zu groß ist oder die Balustrade des Balkons gut einsehbar ist, kann ein Hochbeet eine tolle Alternative zu klassischen Verkleidungen sein. Die folgende Übersicht bezieht sich auf zwei Hochbeete, die nebeneinander gestellt werden – wenn mehr aufgestellt werden sollen, wird entsprechend mehr Material benötigt.

benötigtes MaterialAnzahl
Teile für das Beet:
+ Grundplatte
+ Holzbeine

oder

rechteckige Maurerkübel bzw. Betonwannen

2 Stück
8 Stück



2 Stück – abhängig von der Länge der Balustrade

➔ Hochbeet & Sichtschutz – Schritt für Schritt Anleitung

  1. Zunächst sollten die Holzbalken, die als Beine dienen so hingelegt werden, dass sie nicht wegrutschen können, den richtigen Abstand haben und rechtwinklig zueinander liegen. Hinweis: Wenn später Kübel genutzt werden, sollten die Holzbeine um die Höhe des Randes der Kübel gekürzt werden.
  2. Nun werden die Bretter der kurzen Seitenverkleidung montiert. Um den rechten Winkel einzuhalten empfiehlt sich das saubere Anzeichnen mit einem Winkelmesser. Darüber hinaus sollte der Winkel immer wieder kontrolliert und bei Bedarf korrigiert werden.
  3. Nachdem die kurzen Seitenteile fertig sind, können diese senkrecht aufgestellt werden. Dies erleichtert die Montage der langen Seitenbretter. Auch hierbei sollte unbedingt wieder darauf geachtet werden, dass die Bretter im rechten Winkel und bündig angeschraubt werden.
  4. Dieser Schritt gilt nur für die Variante mit Grundplatten anstelle von Kübeln: Nun ist das Grundgerüst bereits fertig und es geht daran, dass eigentliche Hochbeet zu bauen. Hierzu werden im Inneren die Konstruktionshölzer montiert, welche die Grundplatte halten. Im nächsten Schritt wird die Grundplatte auf die Konstruktionshölzer geschraubt und zur Sicherheit mit Hilfe von Winkeln mit den vier Holzbeinen verbunden. Bei Bedarf kann unterhalb der Grundplatten ein Holzbalken als zusätzliche Stütze montiert werden.
  5. Dieser Schritt gilt nur für die Variante mit Kübeln: Alternativ werden die Wannen so positioniert, dass der Rand an den Ecken auf den Holzbeinen aufliegt. Da die Maurerkübel mit Erde, Pflanzen und Wasser allerdings sehr schwer werden, sollten zusätzliche Konstruktionshölzer auf Höhe der Holzbeine am oberen Rand montiert werden. So verteilt sich das Gewicht gleichmäßig auf den Stützen. Auch hier können zusätzlich Konstruktionshölzer unterhalb der Wannen montiert werden, um der Konstruktion mehr Stabilität zu verleihen.
  6. Sollte der Rand oben zu schmal sein oder die Kübel unschön aussehen, kann eine Verkleidung aus den schmalen Brettern gebaut werden.
  7. Nun geht es ans Befüllen der Beete. Als Unterlage empfiehlt sich ein Unkrautvlies – damit haben Hobbygärtner nicht nur weniger Arbeit, sondern es bietet auch noch eine bessere Umgebung für Ihre Pflanzen.

Variante 3: Hochbeet-Regal für einen kleinen Balkon

Besonders platzsparend und ein echter Hingucker ist ein Regal, das zu einem Hochbeet umgebaut wird. Hierfür kann ein altes Bücherregal mit großen Fächern umfunktioniert werden oder Euro-Paletten werden zusammenmontiert.

» Tipp: Falls die Wahl auf ein Regal fällt, müssen die Regalböden nur mit umlaufenden Seitenbrettern versehen werden, sodass in jeder Etage ein Mini-Hochbeet entsteht. Sollte der Abstand zwischen den Etagen zu gering sein, können natürlich Böden rausgenommen werden.

Hochbeet FAQ – das sollten Hobbygärtner wissen

Mit dem Bau der Konstruktion ist es natürlich noch nicht getan. Denn nun geht es ans Befüllen der Kästen. Was hierbei wichtig ist, haben wir in einer kurzen FAQ zusammengefasst:

    Wann sollte das Hochbeet angelegt werden?
    Das Frühjahr und der Herbst sind ideale Jahreszeiten zum Anlegen eines Hochbeetes, da viele Gartenabfälle (wie beispielsweise Kompost, Laub und Heckenschnitt) anfallen, die sofort verwertet werden können.
  1. Abgesehen von Holz, welches Material ist noch sinnvoll für ein Hochbeet?
    Stein ist sehr robust und speichert die Wärme gut. Deutlich langlebiger ist Metall, dies speichert die Wärme aber nicht so effizient.
  2. In welche Richtung sollte ein Hochbeet ausgerichtet werden?
    Optimal ist Richtung Nord-Süd.
  3. Welche Schichten sind für den Humus empfehlenswert?
    • Als unterste Schicht ist Häckselgut mit Grünabfällen sinnvoll.
    • Sofern vorhanden, kann darauf eine 10 bis 15 cm dicke Schicht mit Rasenstücken gelegt werden. Hier sollte darauf geachtet werden, dass die Wurzeln nach oben zeigen und die Stücke fest angedrückt werden.
    • Darüber folgt eine dritte Schicht aus lockeren Gartenabfällen und feuchtem, bereits leicht verrottetem Laub.
    • Darauf kann halbreife Komposterde großzügig verteilt werden. Anstelle dessen ist Pferdemist eine natürliche Alternative, die das Wachstum der Pflanzen beschleunigt.
    • Die oberste Schicht besteht aus Gartenerde und Feinkompost.
  4. Muss der Humus ausgetauscht werden?
    Etwa alle fünf Jahre sollte das Hochbeet komplett geleert und neu aufgefüllt werden.
  5. Warum ist der Boden eines Hochbeetes wärmer?
    Beim Verrotten der Bestandteile des Humus entsteht Wärme. So kommt es, dass die Erde in einem Hochbeet durchschnittlich 5°C höher als in einem Flachbeet ist. Diese optimalen Bedingungen führen zu einem besseren Pflanzenwachstum und einer längeren Erntezeit.
  6. Welche Pflanzen sind für ein Hochbeet geeignet?
    Generell kann neben Blumen und Kräutern natürlich jedes Gemüse und Obst angebaut werden, dass zu den klimatischen Bedingungen der Umgebung passt. Dennoch sollte auf die Länge der Wurzeln geachtet werden – je flacher das Hochbeet, desto kürzer sollten entsprechend die Wurzeln sein.

» Extratipp: Vor allem in den ersten beiden Jahren nach dem Mischen des Humus ist der Boden besonders nährstoffreich. In dieser Zeit ist es sinnvoll, sogenannte Starkverzehrer (wie beispielsweise Lauch, Gurken und Tomaten) anzupflanzen, die hiervon ganz besonders profitieren.