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Markise montieren – Anleitung und Tipps

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Markise montieren
© ronstik - Fotolia.com

Als Sonnenschutz eignet sich eine Markise hervorragend und mit etwas handwerklichem Geschick und unserer Anleitung ist sie auch schnell angebracht.

Sonne auf Balkon und Terrasse ist eine Wohltat. Allerdings kann es für Menschen, Tiere und Pflanzen an heißen Sommertagen auch schnell unangenehm werden. Hierbei schafft eine Markise schnell Abhilfe. Diese kann mit wenigen Handgriffen ausgefahren werden und sorgt dafür, dass Balkon und Terrasse nicht zu einem unangenehmen Brutkasten werden. Damit Sie Ihren flexiblen Sonnenschutz möglichst bald einsetzen können, erfahren Sie hier, welche Markisen Ihnen zur Auswahl stehen und wie sich diese montieren lassen.

Welche Markisen gibt es?

Für die Montage der Markisen ist es entscheidend, um welche Markise es sich handelt, dabei werden folgende Markisenarten unterschieden:

  • Gelenkarmmarkise
  • Kassettenmarkise
  • Halbkassettenmarkise
  • Fall- und Klemmmarkisen
Markisen-ArtErläuterung
Gelenkarmmarkise Diese Markisenart ist besonders stabil und kann flexibel eingesetzt werden.
Die Markise wird unmittelbar an die Wand montiert und sitzt daher besonders fest.
Ausgefahren wird die Markise über einen Gelenkarm aus Metall.
KassettenmarkiseKassettenmarkisen sind ähnlich wie Gelenkarmmarkisen aufgebaut.
Das Tuch bleibt in jeder eingestellten Position straff gespannt.
HalbkassettenmarkiseHalbkassettenmarkisen unterscheiden sich von Kassettenmarkisen dadurch, dass sich das Tuch nicht komplett in die Kassette einfahren lässt.
Ein Vorteil dieser Markisenart ist der vergleichsweise günstige Preis.
Fall- und KlemmmarkiseDiese Markisenart wird bevorzugt für Balkone genutzt. Sie muss nicht dauerhaft mit Dübeln und Schrauben befestigt werden.
Das Tuch fällt glatt nach unten und ähnelt damit einem Rollo.

Unterschiede bei der Montage

  1. Montage auf druckfestem Untergrund
  2. Montage auf nicht druckfestem Untergrund
  3. Montage mit Hilfe von Zwischenkonsolen

❶ Montage auf druckfestem Untergrund

Hierbei wird die Markise unmittelbar auf dem ebenen und festen Untergrund angebracht. Die gesamte Konsole muss dabei auf dem Befestigungsuntergrund aufliegen. Ist dies nicht der Fall, verlagert sich der Drehpunkt der Markise, was zu einer Veränderung der Befestigungskräfte führt. Achten sie besonders auf das Aufliegen der Unterkante, diese steht häufig von der Wand ab.

❷ Montage auf nicht druckfestem Untergrund

Verblendmaterialien wie Dämmplatten oder Klinker werden als nicht druckfester Untergrund bezeichnet. Diese Untergründe sind nur gering belastbar, daher muss bei der Montage ein Zwischenmedium eingesetzt werden, um die Kraft auf den Untergrund zu übertragen. Hierfür werden meist Distanzhülsen oder Gewindestangen eingesetzt. Stahlkonsolen oder Hartholz bilden eine vollflächige Unterlage.

➔ Tipp: Bei der Anbringung der mittleren Markisenkonsole sollte nicht auf die Unterfütterung verzichtet werden. Klinker üben in senkrechter Richtung keine Stützfunktion aus.

❸ Montage mit Hilfe von Zwischenkonsolen

Bei dieser Montageart ist die Anfertigung einer Zwischenkonsole notwendig. Dieser Fall kann eintreten, wenn sich die Fassade nicht für eine vollflächige Montage eignet oder wenn am Dachsparren montiert werden soll.

Ist die Montag von Markisen überhaupt erlaubt?

Bevor Sie sich an die Montage der Markise machen, sollten Sie sich über die gesetzlichen Bestimmungen vor Ort schlau machen. In der Regel spricht nichts gegen die Montage einer Markise. Es gibt jedoch auch Ausnahmen. So verbieten manche Gemeinden zum Beispiel das Anbringen farblich auffallender Markisen. In kleineren Ortschaften sind die Auflagen diesbezüglich meist weniger streng, als in größeren Städten.

Auch die Nachbarn sollten nicht außen vor bleiben. Teilen Sie den Anwohnern Ihr Vorhaben mit. Dies erspart Ihnen Ärger im Nachhinein, etwa, wenn sich die Nachbarn durch die Markise eingeschränkt oder gestört fühlen, weil der Sonnenschutz zum Beispiel ihren Blickwinkel einschränkt.

Welche Montageart ist die richtige?

Dies ist davon abhängig, wo die Markise letztlich eingebaut werden soll. Sind die Dachsparren frei zugänglich, bietet sich die Dachsparrenmontage an. Befindet sich zum Beispiel ein Balkon über dem gewünschten Einbauort, kann die Markise an der Decke montiert werden.

➔ Achtung: Vergessen Sie nicht, den Untergrund hinreichend auf seine Tragfähigkeit zu prüfen.

Markisen sind keine Leichtgewichte, knapp 180 Kilogramm kann eine Markise auf die Waage bringen. Diese Last gilt es zu bedenken, wenn die Tragfähigkeit des Untergrundes überprüft wird. Entscheiden Sie sich für eine der drei genannten Montagearten, beachten Sie auch die Hinweise des Herstellers, denn nicht alle Markisen sind automatisch auch für alle Montagevarianten geeignet.

Was ist bei der Montage von Markisen zu beachten?

Wie lange eine Markise hält und wie sie funktioniert ist nicht zuletzt davon abhängig, wie die Konsole montiert und ausgerichtet wird. In gut ausgerichtete Konsolen lassen sich die Markisen einfach einhängen.

Vor der Montage der Markise sind die Vorschriften bezüglich der Breite und Dicke der Bauteile zu beachten, damit die Konsole sicher hält und der Baugrund nicht reißt oder abplatzt. Dies wirft jedoch oft Probleme auf, da sich mit den Abständen der Bohrlöcher die vorgegebenen Rand- und Achsabstände nicht einhalten lassen.

Werden die Dübel zu weit in die Randbereiche des Betonuntergrundes gesetzt, funktioniert die Kraftübertragung nicht wie angestrebt und die Dübel werden aufgrund der Bedienung der Markise instabil.

Markise an der Wand montieren – so geht’s

Was wird gebraucht?

  • Schlagbohrmaschine
  • Wasserwaage
  • Richtschnur
  • Maßband
  • Leiter

  • Hammer
  • Gabelschlüssel
  • Bleistift
  • Befestigungsmaterial


Die Schlagbohrmaschine sollte über für Mauerwerk und Gestein geeignete Bohrköpfe verfügen. Auch beim Gabelschlüssel sind verschiedene Größen notwendig. Montieren Sie elektrische Markisen, ist auf die Nähe zu einem Stromanschluss zu achten.

Markisen an der Wand montieren – Schritt für Schritt

  1. Konsolen mit dem Tragrohr verbinden
  2. Position festlegen
  3. Montagelöcher auf den Untergrund übertragen
  4. Konsole montieren

❶ Die für die Montage benötigten Konsolen sind in der Regel Teil des Lieferumfangs. Zunächst werden die Konsolen auf das Tragrohr aufgesteckt. Die Position der Montagelöcher wird nun mit Hilfe einer Richtschnur oder Richtlatte übertragen. Anschließend können die Konsolen wieder abgenommen werden.

❷ Jetzt wird die Höhe der Bohrlöcher bestimmt. Nachdem Sie das obere Bohrloch angezeichnet haben, wird die Richtlatte in Position gebracht und entsprechend ausgerichtet. Die unteren Bohrlöcher lassen sich anzeichnen, in dem Sie eine Konsole als Schablone benutzen, um die Bohrlöcher auf die Wand zu übertragen.

❸ Nun werden Mutter und Unterlegscheibe auf dem Schwerlastanker montiert. Der Abstand zur Konsole ist von Anfang an zu bedenken. Sollte das Gewinde nach der Montage überstehen, sollten Sie es nachträglich kürzen, ansonsten kann der Stoff der Markise beschädigt werden.

❹ Für die Bohrung ist ein Steinbohrer mit dem Durchmesser der Schwerlastanker zu verwenden. Es wird immer etwas tiefer gebohrt, als für das Einbringen des Schwerlastankers notwendig erscheint. Nach der Bohrung sind die Bohrlöcher zu reinigen und von Staub zu befreien. Hierfür können Sie eine Bürste oder einen Staubsauger verwenden.

❺ Anschließend werden die Schwerlastanker in die Bohrlöcher geschlagen.

➔ Tipp: Verwenden Sie hierfür einen Plastikhammer, Metallhammer können zu Schäden am Gewinde führen.

❻ Die Unterlegscheiben und Muttern werden abgedreht, bevor die Konsolen auf die Gewindebolzen platziert werden. Nun werden die Unterlegscheiben wieder aufgebracht und die Muttern werden nur leicht angezogen. Jetzt können die Konsolen genau ausgerichtet werden. Verwenden Sie hierfür eine Wasserwaage. Ist dies geschehen, können die Muttern fest gezogen werden.

❼ Ist die Konsole befestigt und ausgerichtet, kann die Markise auf die Konsolen gesteckt werden. Dies wird Ihnen allein nur schwer gelingen. Je nach Markisengröße werden Sie eventuell sogar zwei oder drei Helfer benötigen. Achten Sie dabei auf den sicheren Stand der Leitern.

❽ Ist die Markise in die Halterungen geschoben und entsprechend ausgerichtet, wird in jede Konsole eine Sicherungsplatte eingeführt und verschraubt.

Markise am Dachsparren montieren

Welches Material und Werkzeug wird benötigt?

  • Markise
  • Deckenhalter
  • Dachsparrenhalter
  • Schrauben
  • Akkuschrauber
  • Holzbohrer
  • Maulschlüssel

  • Steckschlüssel
  • Leiter
  • Wasserwaage
  • Schere
  • Zollstock
  • Richtlatte
  • Bleistift

Markisen am Dachsparren montieren – Schritt für Schritt

❶ Zunächst wird die Position der Halterungen festgelegt. Dabei ist darauf zu achten, dass sich die darunter befindlichen Türen und Fenster weiterhin problemlos öffnen lassen. Die Position der Halterungen auf dem Sparren und die Bohrlöcher werden nun angezeichnet.

➔ Tipp: Der Sparren wird komplett durchgebohrt. Achten Sie dabei darauf, möglichst gerade zu bohren.

❷ Die Halterungen werden jetzt am Sparren verschraubt, allerdings noch nicht komplett festgezogen. Sind die beiden Halterungen am Dachsparren befestigt und locker verschraubt, kann die Markise auf die Konsolen gesteckt werden. Je nach Abmessungen der Markise werden sich auch hier unter Umständen mehrere Helfer notwendig machen. Befestigen Sie Markisen mit Motor, sind diese auf einer Seite bedeutend schwerer, dies sollte bei der Anbringung beachtet werden.

❸ Die Markise wird mit dem Tragrohr in den Halterungen befestigt und mittig ausgerichtet. Anschließend werden die Sicherungsplatten angebracht und verschraubt. Nun bohren Sie durch Dachsparrenhalter und Sparren. Die Halter werden mit Gewindeschrauben an den Sparren befestigt. Abschließend werden alle Schrauben fest angezogen.

So lässt sich die Montage überprüfen

Haben Sie die Montage abgeschlossen, kann leicht selbst überprüft werden, ob Sie dabei alles richtig gemacht haben. Hierzu fahren Sie die Markise zunächst aus. Danach heben Sie die Markise leicht an und überprüfen, ob es möglich ist, die an der oberen Befestigungsschraube befindliche Unterlegscheibe zu drehen. Lässt sich diese bewegen, ist dies ein Zeichen dafür, dass der Dübel nicht fest genug sitzt und sich bereits verschoben hat. Eine Ursache für das Versagen des Dübels könnte auch darin liegen, dass versäumt worden ist, die Bohrlöcher ausreichend von Bohrstaub zu reinigen.

➔ Achtung: Tritt der beschriebene Fall ein, muss die Markise nochmals neu montiert werden.