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Schaukel im Kinderzimmer: Tipps zu Modell, Montage & Alternativen

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Schaukel im Kinderzimmer montieren - Anleitung und Tipps
© Alexandritik - Fotolia.com

Viele Kinder lieben das Schaukeln und das sogar im eigenen Kinderzimmer. Hier allerdings muss bei der Montage einiges beachtet werden, damit ihr Kind optimal gesichert ist. Hier einige Tipps zu den unterschiedlichen Modellen, der Montage und zu möglichen Alternative.

Wer saß nicht gerne als Kind auf der Schaukel und wollte immer höher und weiter hinaus und erträumte sich fliegen zu können? Schaukeln ist toll und heute nicht weniger spannend als zu unserer Kinderzeit. Doch leider ist nicht immer Zeit einen Spielplatz zu besuchen, wenn der Sprössling seinen Träumen nachjagen möchte. Daher bieten einige Hersteller spezielle Indoor-Schaukeln an, mit denen der kleine Liebling schaukeln kann, wann immer er möchte. Wie man diese montiert und was es dabei zu beachten gilt, verraten wir in diesem Ratgeber.

Warum ist Schaukeln eigentlich so förderlich?

Klar, schaukeln macht total Spaß – aber nur wenige wissen, dass es sogar durchaus gesund ist:

  • Auch wenn es auf den ersten Blick gar nicht so scheint: durch das Schaukeln wird die Grundmuskulatur des Kindes ungemein gestärkt, da es die Muskeln ständig braucht, um im Rhythmus zu bleiben.
  • Zudem wird der Gleichgewichtssinn gefördert, indem es stetig mit der Gegenbewegung die Balance hält und dabei trotzdem anmutig auf dem Schaukelstuhl sitzt.
  • Darüber hinaus wird die Motorik des Kindes verbessert, da es sich festhält.
  • Aber auch psychisch tut sich jede Menge, denn Schaukeln erfordert Mut und ein gutes Maß an Selbsteinschätzung. Wer immer weiter und höher hinaus möchte, braucht jede Menge Überwindung, die dem kleinen Sprössling auch später im Leben hilft Herausforderungen zu meistern.
  • Inzwischen haben Neurologen herausgefunden, dass die Schaukelbewegung sich positiv auf das Nervensystem des kindlichen Gehirns auswirkt.
  • Gefördert wird dies durch einen ungemeinen Schub an Kreativität und Fantasie, die Kinder durch Spielen und Schaukeln entwickeln.
  • Leider werden die Kleinen irgendwann zu groß, um an Mamas oder Papas Brust gewiegt zu werden – Schaukeln ist ein toller Ersatz für diese Bewegung und sorgt für ein großes Wohlbefinden.
  • Apropos Eltern: Auch wenn man manchmal vielleicht zu müde ist, um die kleine Maus anzuschubsen – auch in dieser Tätigkeit steckt viel mehr als es scheint. Durch den gemeinsamen Spaß wird auch die Verbindung zwischen Eltern und ihrem Kind ungemein gestärkt.
  • Den Kindern ist es wohl gar nicht bewusst, aber beim Erobern der Lüfte erhalten sie die ersten Physik-Lektionen. Um zu schaukeln muss ein Impuls erhalten bleiben – sonst wird die Schaukel langsamer. Durch das Einziehen und Ausstrecken der Beine und des Oberkörpers wird dieser Impuls erhalten. Aufbauend auf diesen Erfahrungen können die Großen physikalische Gesetze später deutlich besser verstehen.

Schaukel im Kinderzimmer – Diese Varianten gibt es

Der große Vorteil an Indoor-Schaukeln ist, dass die Stoffe nicht unbedingt witterungsbeständig sein müssen und die Modelle daher oftmals dekorativer und bequemer sind. Folgende Tabelle bietet einen Überblick über die gängigsten Varianten:

Schaukel-ArtHinweise
die klassische Schaukel

geeignet für: ab dem Kleinkindalter
Diese Modelle bestehen im Normalfall aus einer einfachen Sitzfläche, an der auf jeder Seite ein Seil befestigt ist. Diese Konstruktion wird im Handumdrehen mithilfe von Karabinerhaken und Rollengelenken zu einer Schaukel.
Babyschaukeln

geeignet für: Babys und Kleinkinder
Schaukeln für größere Kinder sind für Babys allerdings völlig ungeeignet, da die kleinen Mäuse ihr Gleichgewicht aufgrund der Proportionen des Körpers noch nicht richtig halten können. Hier bieten sich Babyschaukeln, manchmal auch Sicherheitsschaukeln an. Diese wurden um zusätzliche Streben im Rücken-, Bauch- und Beinbereich ergänzt und stützen die Kleinen dadurch zusätzlich.
Tellerschaukel

geeignet für: größere Kinder
Deutlich flexibler sind Tellerschaukeln, die lediglich aus einer runden Holzfläche bestehen, in deren Mitte sich ein Seil für die Aufhängung befindet. Der große Vorteil an Tellerschaukeln ist, dass man damit nicht nur nach vorne und hinten schaukelt, sondern es in alle Richtungen möglich ist – das verspricht jede Menge Spaß und Abenteuer.
Nestschaukel

geeignet für: Babys und Kleinkinder
Wer sein Baby schon ab der Geburt in den Genuss des Schaukelns kommen lassen will, sollte Ausschau nach einer Nestschaukel halten. Hierbei handelt es sich um einen runden Holzrahmen, der locker mit einem robusten Netz bespannt wird. Daraus entsteht ein Nestchen, in das sich schon die Kleinsten reinkuscheln können – vor allem wenn das Ganze mit weichen Kissen oder einer Decke ausstattet.
Hängesessel

geeignet für: ab dem Babyalter bis ins Schulalter
Noch bequemer sind Hängesessel (manchmal auch Hängestuhl genannt). Diese Variante ist weniger zum wilden toben geeignet, sondern um sich gemütlich einzukuscheln und beim Lesen von großartigen Abenteuern zu träumen. Das Gestell selbst ist meistens aus Holz, dass mit viel weichem Stoff bespannt ist und optisch ein wenig an eine Hängematte erinnert. Diese Modelle gibt es sowohl zum Aufhängen als auch mit eigenem Ständer.

Wichtige Überlegungen vor dem Kauf einer Kinderschaukel

Nachdem feststeht welche Schaukel-Variante es sein soll, sollten folgende Aspekte bei der Auswahl des Produkts beachtet werden:

Die Decke des Raumes: Wie wir gleich noch näher in unserer Schritt für Schritt Anleitung für das Aufhängen einer Schaukel im Kinderzimmer erläutern, ist die Art der Decke und deren Beschaffenheit für die Montage ausschlaggebend. Daher sollte vor dem Kauf unbedingt geprüft werden, ob die Decke überhaupt für eine Kinderschaukel geeignet ist und ob die Wahl nicht eher auf eine Schaukel mit Gestell fallen sollte.

Das Gewicht des Kindes: Darüber hinaus muss die Schaukel für das Gewicht des Sprösslings geeignet sein, sonst kann es zu schlimmen Unfällen kommen.

Kinderschaukel befestigen – So wird’s gemacht

Für die Montage werden folgende Utensilien benötigt:

Material oder Werkzeugbenötigt für
Leiterso kann die Decke bequem erreicht werden

Sicherheitshinweis: Vor allem Heimwerker klettern schnell mal eben auf einen Stuhl, der in der Nähe steht – doch das ist eine ziemlich wackelige Angelegenheit. Die Zeit zum Holen einer Leiter sollte daher eingeplant werden.
Zollstock und Bleistiftzum Anzeichnen der Bohrlöcher
Bohrmaschine, Schrauben, Dübel – abhängig von der Art der Decke und der geplanten Tragelastzur Befestigung der Schaukel


1 bis 2 Rollengelenk (je nach Art der Schaukel) mit einer hohen Belastbarkeitals Aufhängung der Schaukel

Alternative: immer mehr Shops führen spezielle Schaukelhaken im Sortiment
Staubsaugerum den Baustaub direkt zu entfernen
Wichtige Warnung: Wer als Mieter wohnt sollte unbedingt bei seinem Vermieter nachfragen, ob die Kinderschaukel überhaupt an der Decke montiert werden darf. Nicht nur, dass es Ärger geben kann – im schlimmsten Fall wird die Bausubstanz der Decke beeinträchtigt, was tragische Folgen beim Toben haben kann.

Schaukel im Kinderzimmer montieren – Schritt für Schritt erklärt

✙ Schritt 1:

Sofern nicht bereits geschehen, sollte spätestens jetzt geprüft werden, welche Decken-Art im Kinderzimmer vorhanden ist. Grundsätzlich werden unterschieden:

Betondecke: Zugegeben, hier ist das Bohren etwas aufwendiger, doch dafür sind Betondecken massiv und können daher im Normalfall problemlos eine Schaukel samt das Gewicht des Kindes tragen.

Altbaudecken: Diese Deckenart ist deutlich weniger komfortabel, da weite Teile nicht zum Aufhängen der Schaukel geeignet sind. Im Abstand von 60 bis 90 Zentimetern befinden sich allerdings Holzbalken, die im besten Fall genutzt werden können. Falls nicht bekannt ist, wo diese verlaufen hilft dieser Trick: Man nehme einen sehr dünnen, aber festen Draht oder langen Schraubenzieher und sticht in die Decke. Da die Holzbalken etwa fünf bis zehn Zentimeter tief liegen wird man den Widerstand sofort spüren. Sobald ein Holzbalken gefunden wurde, sollte sich die Tiefe gemerkt werden, damit entsprechend lange Holzschrauben besorgt werden können. Die entstandenen Löcher können mit etwas Spachtelmasse später wieder verschlossen werden. Beim Suchen empfehlen wir aber das Tragen einer Schutzbrille, damit die feine Ausgleichsschüttung der Decke nicht in die Augen rieselt.

Freiliegende Holzbalken: Optimal ist es natürlich, wenn die Holzbalken freiliegen. Sofern das Holz nicht morsch ist, können die Balken bedenkenlos als Träger genommen werden.

Gipskartondecke oder anderweitig abgehängte Decke: Sofern die Gipskartonplatten nicht direkt an der Rohdecke befestigt wurden, sondern zum Abhängen an einer Metallkonstruktion, sollte daran auf keinen Fall eine Schaukel montiert werden! Auch wenn der Aufwand groß ist, sollten die Platten abgenommen werden, damit Sie die Rohdecke erreichen und die Schaukel daran befestigen können. Aber um ehrlich zu sein ist auch diese Variante nur für Hängestühle geeignet, da ansonsten eine große Aussparung in der abgehängten Decke verbleiben muss, damit das Kind schaukeln kann.

✙ Schritt 2:

Sobald die Decke geprüft und für geeignet befunden wurde, sollten die Verbindungsmittel bereitgelegt werden, damit es nun endlich losgehen kann.

✙ Schritt 3:

Als Grundlage an der Decke empfehlen wir für Schaukeln und Hängesessel mit Vorwärts- und Rückwärtsbewegung ein Rollengelenk. Der Vorteil an hochwertigen Modellen ist eine kugelgelagerte Lastrolle, an der nicht nur ein Karabinerhaken problemlos befestigt werden kann, sondern die auch keine lästigen Geräusche beim Schaukeln von sich gibt.

✙ Schritt 4:

Wer hingegen eine Tellerschaukel an der Decke montieren möchte, sollte einen Deckenhaken samt geeignetem Karabiner besorgen. Alternativ gibt es auch Tellerschaukel mit Ring – ganz ohne Karabinerhaken.

✙ Schritt 5:

Nun können die Löcher für das Rollengelenk oder den Deckenhaken angezeichnet werden.

✙ Schritt 6:

Nachdem die Löcher vorgebohrt und passende Dübel in das Bohrloch gegeben wurden, können die Halterungen festgeschraubt werden.

✙ Schritt 7:

Im Anschluss wird der Karabiner oder Ring eingehangen und die Schaukel daran aufgehangen.

» Hinweis: Bevor die Kleinen sich ins Abenteuer stürzen, sollte zunächst ein Belastungstest durch einen Erwachsenen erfolgen. Da sich hineinsetzen nicht immer klappen wird, sollte sich zumindest ordentlich darauf abgestützt werden um zu testen, ob alles hält.

Alternative: Schaukel mit eigenem Gestell

Sollten die Decken zu instabil oder das Bohren darin verboten sein, bieten sich Schaukeln mit einem eigenen Gestell an. Da der Ständer sich im Normalfall mit im Lieferumfang befindet, muss die Konstruktion nur aufgestellt werden und schon kann es losgehen.

Wichtig ist hierbei allerdings, wofür die Schaukel genutzt werden soll und um welche Art Gestell es sich handelt. Bei Schaukeln mit einer Aufhängung an einem seitlichen Gestell handelt es sich meistens um sogenannte Hängesessel bzw. Hängestühle. Diese sind wie oben bereits erwähnt eher für entspanntes Schaukeln geeignet. Falls die Kinder es aber lieber wild mögen, sollte ein richtiges Schaukelgestell erworben werden. Das erfordert zwar mehr Platz, ist aber deutlich sicherer, da die Last besser verteilt wird (z.B. hier erhältlich).

Tolle Deko-Ideen für Kinderzimmerschaukeln

Natürlich ist die Freude über die Schaukel schon ohnehin groß genug, aber mit der richtigen Deko kann noch ein i-Tüfelchen aufgesetzt werden.

  • Nestschaukeln sind meistens mit drei oder mehr Seilen als Aufhängung ausgestattet. Diese sind ideal um daran eine Art Segel zu befestigen. Wenn die Unterseite der Nestschaukel noch entsprechend dekoriert ist, wirkt das ganze wie ein fliegendes Schiff.
  • Moskitonetze eignen sich bestens für Hängesessel und Nestschaukeln – nicht nur zum Schutz vor Mücken, sondern auch als Dekorationsgrundlage. An dem feinen Stoff können kleine Blumen, Tiere oder Symbole aus Stoff angeklebt werden.
  • Wer es romantischer mag kann Blumenketten an den Seilen der Schaukel befestigen.
  • Für kleine Dschungelfans kann das Seil auch als Liane dekoriert werden – das passt besonders gut zu Tellerschaukeln.