Passionierte Autoschrauber wechseln Bremsscheiben und Bremsbeläge selbst. In der Schritt-für-Schritt-Anleitung erklären wir, worauf dabei zu achten ist.

Bremsen sind in einem Kraftfahrzeug klassische Verschleißteile. Um im Straßenverkehr sicher unterwegs zu sein, müssen sie regelmäßig ausgewechselt werden. Insbesondere bei älteren Fahrzeugen ist es theoretisch möglich, mit dem passenden Fachwissen und auch einem gewissen handwerklichen Geschick die Bremsscheiben und Bremsbeläge selber zu wechseln. Das hat natürlich den Vorteil, dass Sie sich die Werkstattkosten sparen. Bevor es losgehen kann, verschaffen Sie sich einen Überblick, ob Sie die notwendigen Materialien und auch Werkzeuge haben.

❏ Bremsscheiben
❏ Bremsbeläge
❏ Wagenheber
❏ Ratsche (Drehmomentschlüssel)
❏ Bremskolbenrücksteller

❏ Schraubendreher
❏ Inbusschlüssel
❏ Drahtbürste
❏ Bremsenreiniger
❏ Bremsfett

Das Grundwerkzeug sollte bei jedem Heimwerker vorhanden sein. Den benötigten Bremskolbenrücksteller bekommen Sie im gut sortierten Onlineshop von tectake.de, der überdies fast alles bietet, was man zum Einrichten seiner eigenen kleinen Kfz-Werkstatt braucht. Natürlich können Sie sich Spezialwerkzeuge auch bei Bekannten leihen, für echte Schrauberliebhaber ist das auf Dauer aber sicher keine Option.

Schritt 1: Fahrzeug aufbocken & Rad-Demontage

Alle Teile des Bremssystems müssen stets paarweise ausgetauscht werden. Denn sonst kann beim Bremsen ein einseitiges Zugverhalten entstehen. Zunächst wird das Fahrzeug aufgebockt, idealerweise mit einer Hebebühne. Es ist aber auch möglich, hierfür einen normalen Wagenheber zu verwenden. Dann ist die Arbeit nur etwas anstrengender.

Als Nächstes entfernen Sie das Rad, an dem Sie die Bremsteile austauschen wollen. Anschließend erhalten Sie einen Blick auf den sogenannten Bremssattel, der in den meisten Fällen mit Halteklammern befestigt wird und mit speziellen Staubschutzkappen abgedeckt ist. Nehmen Sie Letztere ab und lösen Sie im nächsten Schritt mit der Ratsche die Gleitbolzen.

Um den Bremssattel zu entnehmen, müssen Sie ihn mit einem sogenannten Bremskolbenrücksteller zurückbewegen. Oftmals wird hierfür – fälschlicherweise – eine Wasserpumpenzange benutzt. Davon ist aber dringend abzuraten, da durch die Zange der Bremskolben beschädigt werden kann und eventuell nicht gleichmäßig zurückgedrückt wird.

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Schritt 2: Alten Bremssattel entfernen

Sobald Sie den Bremssattel freigelegt haben, können Sie die Beläge abnehmen. Nun sind noch am Fahrzeug die sogenannten Bremsbelaghalter befestigt. Diese haben allerdings keinen unmittelbaren Kontakt zu der Bremsscheibe. Lösen Sie ihre Fixierung ganz einfach mit einem Schraubendreher. Jetzt sollte es möglich sein, die Bremsscheibe abzunehmen. In der Regel ist diese auch noch separat mit einer Nabe verschraubt. Ist das der Fall, müssen Sie die Befestigung erst noch lösen.

Nun haben Sie Möglichkeit, die Bremse gründlich zu reinigen. Hierbei entfernen Sie alle Verschmutzungen mit einer kleinen Drahtbürste. Sie können auch speziellen Bremsenreiniger – zum Beispiel von contorion.de – benutzen, der die Scheiben, die Klötze und auch alle anderen Komponenten effektiv säubert.

Schritt 3: Neue Bremsscheiben und Beläge montieren

Jetzt können Sie die Scheiben und anschließend die Bremsklötze mit den Belägen – in umgekehrter Reihenfolge wie oben – montieren. Zunächst setzen Sie Erstere auf die Nabe auf. Dann montieren Sie die neuen Beläge auf die Bremsbelaghalter. Hierbei ist es essenziell, dass Sie die Auflagefläche zuvor noch mit einem speziellen Bremsfett einfetten. Dadurch ist das Bauteil besser beweglich und Sie verhindern, dass sich einzelne Komponenten aneinander reiben.

Haben Sie inzwischen die Bremsbelägehalter ideal vorbereitet, können Sie sie mit den ebenfalls in der Zwischenzeit gereinigten Schrauben wieder an der Bremsscheibe anbringen.

💡INFO: Um ein gutes und vor allem sicheres Bremsverhalten zu erhalten, sollten Sie beim Festziehen ein von dem jeweiligen Hersteller empfohlenes Drehmoment beachten. Denn sowohl ein etwas zu lockerer, als auch ein etwas zu fester Sitz, kann sich unter Umständen auf das Bremsverhalten auswirken und damit zu einer echten Gefahr werden.

Nachdem Sie die Halterungen richtig montiert haben, setzen Sie die Beläge ein. Jetzt sollte der Bremsklotz über die Bremsscheibe geschoben werden können. Als Nächstes fetten Sie noch die Gleitbolzen ein, dann werden diese durch den Sattel gesteckt und mit dem passenden Schlüssel befestigt. Achten Sie auch hierbei auf das richtige Drehmoment.

Nun müssen Sie nur noch die Staubkappen wieder anbringen und die Haltespange des Bremssattels montieren. In den meisten Fällen können Sie diese Arbeit mit einem normalen Schraubendreher durchführen.

Schritt 4: Das Bremssystem entlüften

Bei der Arbeit am Bremssystem gelangt Luft in dieses, die herausmuss, bevor Sie die Räder wieder anbringen. Diesen Schritt müssen Sie an jedem Bremssattel durchführen, da sie direkt miteinander verbunden sind. Das bedeutet also, dass Sie nicht nur die Bremssättel entlüften müssen, an der Sie die Bremsscheiben und Bremsbeläge ausgetauscht haben. Beachten Sie, dass auch hierfür ein gewisses Fachwissen vorhanden sein sollte.

Wenn Sie nicht selber über dieses verfügen, kann Ihnen ein Kfz-Mechaniker weiterhelfen. Das Entlüften ist notwendig. Denn wird es vergessen, bleibt unter Umständen zu viel Luft im System.

Das könnte dann auch bedeuten, dass die Bremse nicht wie gewünscht funktioniert. Und das sollte natürlich vermieden werden. Ist auch dieser Schritt erledigt, haben Sie alle notwendigen Schritte durchgeführt und die Bremsscheiben und auch die Bremsbeläge erfolgreich ausgetauscht.

Gelernter Fußbodenleger (IHK), mit jahrelanger Erfahrung als Sanitär- und auch Vermessungstechniker. Dazu privater Bauherr mit eigenem Haus und Garten. Gründer und Chef-Redakteur von Heimwerkertricks.net