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Holzschrauben vorbohren – Gründe, Hinweise & Anleitung

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Holzschrauben vorbohren
© M.Dörr & M.Frommherz - Fotolia.com

Löcher für Holzschrauben sollten stets vorgebohrt werden. Warum das so ist, für welche Holzarten das besonders gilt und wie Sie richtig vorbohren, erfahren Sie hier.

Die Montage von Regalen oder Schränken geht nicht ohne das Eindrehen von Holzschrauben über die Bühne. Hierbei stellt sich schnell die Frage: Muss immer vorgebohrt werden? Die Antwort lautet: Nein. Dennoch kann Vorbohren nur empfohlen werden, um auf Nummer sicher zu gehen. Es gibt aber auch einige Materialien, wo es zwingend notwendig ist, das Bohrloch entsprechend vorzubereiten. Hartholz, Sperrholzplatten oder besonders dünne Hölzer kommen nicht ohne Vorbohren aus. Wer dies versäumt, erlebt nicht selten eine böse Überraschung, gesplittertes oder gespaltenes Holz und ein defektes Werkstück machen das Heimwerken zum Desaster. Erfahren Sie nun, warum Vorbohren so wichtig ist und was man dabei beachten sollte.

Wann ist Vorbohren sinnvoll?

Die Antwort ist einfach – damit das Verschrauben gelingt. Holz ist nicht gleich Holz und ähnlich verhält es sich mit den Schrauben. Von der Art des Holzes, der Härteklasse des Materials und den Eigenschaften der Schraube ist es letztlich abhängig, ob Sie vorbohren müssen oder nicht.

» Tipp: Es kann niemals ein Fehler sein, Löcher vorzubohren.

Besonders eher ungeübte Heimwerker sollten es nicht versäumen, in jedem Fall vorzubohren. Durch die Bohrlöcher wird sichergestellt, dass sich die Schrauben möglichst gerade und ohne auf Hindernisse zu stoßen in das Holz drehen lassen. Wer nicht vorbohrt, muss entsprechend mehr Kraft aufwenden, um die Schrauben zu befestigen. Der hohe Kraftaufwand bewirkt, dass die Holzfasern sich nicht mehr sauber verdrängen lassen. Das Holz platzt, splittert und nicht selten ist das komplette Werkstück ruiniert. Daneben besteht bei gesplittertem Holz auch eine nicht zu unterschätzende Verletzungsgefahr.

Wie sind meine Schrauben aufgebaut?

Ob vorgebohrt werden muss, ist neben dem Holz selbst auch von den Schrauben abhängig. Daher betrachten wir uns nun den Aufbau der Schrauben etwas näher.
Bei näherer Betrachtung wird deutlich, Schrauben besitzen unterschiedliche Spitzen.

Diese können wie folgt eingeteilt werden:

  • normale Schraubenspitze
  • Cut-Spitze
  • Bohrspitze
  • Spitze mit Sternenschliff
Art der Schraubenspitze Erläuterung
normale Schraubenspitze Bei dieser Schraubenart ist Vorbohren generell zu empfehlen.
Eine Ausnahme bilden sehr weiche Hölzer.
Cut-Spitze Bei diesen Schrauben befindet sich an der Schraubenspitze eine Einkerbung.
Diese Schraubenart vereinfacht die genaue Platzierung der Schraube.
Vorbohren ist bei diesen Schraubenarten nicht immer notwendig.
Bohrspitze Eine Schraube mit Bohrspitze ist besonders praktisch.
Hier ist der Bohrer bereits an der Schraube befestigt.
Diese Schrauben gleiten ohne Vorbohren auch in Hartholz.
Schraubenspitze mit Sternenschliff Bei Schrauben mit Sternenschliff wurden aus dem Gewinde kleine Materialstücke entfernt.
Die Schraube wird dadurch besonders griffig und gräbt sich leichter in das Material.
Auf Vorbohren kann auch hier häufig verzichtet werden.

Bei welchem Holz muss vorgebohrt werden?

Die Hölzer sind in verschiedene Härteklassen eingeteilt. Bei weichen Hölzern kann man sich das Vorbohren oft sparen. Oft reicht es aus, etwas mit dem Hammer nachzuhelfen. Schaden kann Vorbohren aber generell nie. Bei Harthölzern ist das Vorbohren fast immer notwendig.

Weiche Holzarten:

  • Erle
  • Fichte
  • Lärche
  • Birke
  • Nussbaum

Härtere Holzarten:

  • Robinie
  • Doussie
  • Esche
  • Eiche
  • Wenge

» Tipp: Für Laubhölzer benötigen Sie einen größeren Bohrdurchmesser, als für Nadelhölzer.

Vorbohren Schritt für Schritt erklärt

  1. Bohrdurchmesser bestimmen
  2. Bohrer in Akkuschrauber spannen
  3. Loch gerade vorbohren

Das Bohrloch sollte mindestens ¾ der Länge der Schrauben betragen. Anschließend bringen Sie den Kegelsenker ins Spiel. Dieser weitet den Bohrlochrand und erleichtert letztlich das Eindrehen der Schraube. Entsprechend des Schraubenkopfes wird der Akkuschrauber mit dem passenden Bit versehen und die Schraube fest im Holz verankert.

» Tipp: Bei besonders harten Hölzern hilft es, die Schrauben einzuölen.

Vorbohren – aber richtig

Bei der Verschraubung von besonders dünnem Holz oder wenn die Schraube unmittelbar am Rand des Werkstückes befestigt werden soll, sollten Sie immer vorbohren. Viel zu schnell kann es ansonsten passieren, dass durch den aufgewendeten Druck das Holz splittert oder komplett ausbricht, was das Werkstück letztlich unbrauchbar werden lässt.

Beim Vorbohren kommt es auch auf die passende Geschwindigkeit an. Wenn Sie mit einer zu hohen Drehzahl arbeiten, können unschöne Brandflecken die Folge sein. Bewegt sich der Bohrer dagegen eher schleppend, sind ausgefranste und unsaubere Bohrlöcher die Folge.

» Tipp: Bohren Sie möglichst immer mit mittlerer Drehzahl.

Sollen zwei Holzteile durch Verschrauben miteinander verbunden werden, sollte das zweite Bohrloch einen geringeren Durchmesser besitzen als das erste. So haftet die Schraube besser und es wird eine höhere Festigkeit erreicht.

Wie tief soll ich bohren?

Hierfür gibt es eine einfache Faustregel, die sich leicht berechnen lässt. Bei einem relativ weichen Holz ist eine halbe Schraubenlänge ausreichend. Bei Hartholz sollte die Bohrung bis ¾ der Schraubenlänge umfassen. Hierbei kann sich der Heimwerker mit einfachen Tricks behelfen. Entweder, Sie verwenden einen Tiefensteller oder befestigen einfach einen Gummi in entsprechender Höhe am Bohrer. Werden Holzschrauben mit Leinöl oder Talg eingefettet, gleiten sie besser ins Holz.

Vorbohren – die Vorteile im Überblick

✔ Schrauben lassen sich ohne großen Kraftaufwand befestigen.
✔ Das Holz splittert oder bricht nicht.
✔ Auch Hartholz lässt sich einfach verschrauben.
✔ An engen Randstellen bricht das Holz nicht weg.
✔ Es entstehen saubere Bohrlöcher.
✔ Die Arbeit wird erleichtert.
✔ Es ist keine Kraftanstrengung notwendig.