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Steingutfliesen: Wissenswertes über die Herstellung

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Steingutfliesen: Wissenswertes über die Herstellung
© Robert Kneschke - Fotolia.com

Steingutfliesen sind hauptsächlich für den Einsatz an Wänden gedacht. Durch die geringen Brenntemperaturen ist der Scherben der Fliese sehr porös, was für Aussparungen und Rohrdurchführungen sehr von Vorteil ist. Erfahren Sie hier mehr über die Herstellung von Steingutfliesen.

Steingutfliesen gibt es in weißen, gelblichen und rötlichen Färbungen je nach Ursprung des Rohmaterials. Der Ton wird meistens trocken gepresst und bei Temperaturen von 850 bis 1.000°C gebrannt. Durch die anschließende Glasur erhalten Steingutfliesen den typischen Glanz und ihre dekorative Oberfläche. Die Scherben werden durch die Glasur unempfindlich gegen Haushaltschemikalien und wasserdicht. Die beste Anwendung finden Steingutfliesen an den Wänden. Durch eine eingeschränkte Abriebfestigkeit können sie aber auch auf mäßig beanspruchte Böden aufgebracht werden.

Steinzeugfliesen auch für Terrassen geeignet

Es gibt auch Steinzeugfliesen, diese werden durch ein Sinterung genanntes Verfahren hergestellt. Bei der Sinterung werden die Fliesenrohlinge stark zusammengepresst und können daher höher gebrannt werden. Die Brenntemperatur beträgt hier 1.200°C. Dabei wird der Scherben besonders hart und dicht, so dass er anschließend so gut wie kein Wasser aufnimmt. Steinzeugfliesen sind daher frostsicher und auch für Terrassen geeignet.

Glasierte Fliesen können in fünf Beanspruchungsgruppen hinsichtlich ihrer Verschleißfestigkeit eingeteilt werden:

  • Beanspruchungsgruppe I: reine Wandfliesen
  • Beanspruchungsgruppe II: Wand- und Bodenfliesen im privat genutzten Bad (leichte Beanspruchung: wenig Schmutz, barfuß, Hausschuhe)
  • Beanspruchungsgruppe III: Bodenfliesen im gesamten Wohnbereich mit mittlerer Beanspruchung außer Terrasse, Diele, Küche
  • Beanspruchungsgruppe IV: Bodenfliesen für stärkere Beanspruchung wie Terrasse, Diele oder Küche
  • Beanspruchungsgruppe V: Bodenfliesen für stärkste Beanspruchung wie in öffentlichen Bauten (im Privatbereich nicht erforderlich)

Dieser Artikel ist aus der Reihe „Fliesen: Material- und Werkzeugkunde“