Wenn die Farbe verblasst ist, oder das Muster nicht mehr gefällt, muss ein Teppich nicht zwingend auf den Müll. Mit frischer Farbe bekommt der Bodenbelag einen komplett neuen Look.

Eigentlich ist er Ihnen ja ans Herz gewachsen, aber in Wahrheit hat er schon bessere Zeiten gesehen und zur neuen Couch will er auch nicht wirklich passen. Solcherlei Gedanken müssen alten Teppichen nicht den Todesstoß versetzen, denn es kann sich vieles ändern, wenn der Teppich trendig eingefärbt wird und plötzlich zum Hingucker avanciert – wie zu seinen besten Zeiten.

Abgenutzte und verblichene Teppiche selbst einfärben, ist eine kreative Idee, die jeder selbst verwirklichen kann. Die entsprechende Anleitung und entsprechendes Grundwissen dazu gibt es hier.

Welche Teppiche können gefärbt werden?

Es kann leider nicht munter drauflos gefärbt werden, denn es gibt Einschränkungen. Teppiche, die gefärbt werden können, müssen aus natürlichen Fasern bestehen.

Grünes Licht für das Einfärben gibt es für Teppiche aus folgenden Materialien:

✓ Baumwolle
✓ Wolle
✓ Seide
✓ Haargarn

Synthetische Fasern können keine neue Farbe annehmen. Daher sind Teppiche aus Polyester, Acryl oder Polypropylen nicht für das Einfärben geeignet.

Wie viel Farbe wird gebraucht?

Das ist schwer zu sagen und natürlich auch von der Größe des Teppichs abhängig. Ein handelsübliches Päckchen Textilfarbe reicht etwa für 300 bis 700 Gramm Stoff, je nach gewünschter Farbintensität. Es macht also Sinn, vorab das Gewicht des Teppichs zu ermitteln, damit man eine ungefähre Vorstellung davon bekommt, wie viel Farbe benötigt wird.

💡TIPP: Für eine deckende Farbgebung wird entsprechend mehr Farbe notwendig sein. Eine farbsparende Lösung wäre ein angesagter Vintage-Look, hervorgerufen durch eine ungleichmäßige und nicht komplett deckende Farbverteilung auf dem Teppich.

Teppiche selbst einfärben – Vorteile und Nachteile

VorteileNachteile
> Alte und lieb gewonnene Teppiche müssen nicht entsorgt werden, sondern lassen sich zu neuem Leben erwecken.
> Es lässt sich mit Farben experimentieren und die Teppiche können dem jeweiligen Einrichtungsstil angepasst werden.
> Je nach Größe des Teppichs ist die Anschaffung der Textilfarbe nicht billig.
> Das Ergebnis ist nicht immer überzeugend.
> Häufig wird kein gleichmäßiger Farbauftrag erreicht.
> Der Arbeitsaufwand ist bei großen Teppichen recht hoch.
> Fest verlegter Teppichboden ist für das Einfärben nicht geeignet.

Kleine Teppiche – Einfärben leicht gemacht

Wer sich zunächst an die Materie herantasten möchte, kann einen kleinen Teppich als Übungsstück nutzen. Kleinere Teppiche sind nicht nur handlicher, sie sind natürlich auch einfacher einzufärben.

So wird’s gemacht
Ein kleiner Teppich passt in die Waschmaschine. Die Farbe wird laut Herstellerangaben zugegeben und der Teppich bei 40 Grad im Schonwaschgang gewaschen, aber nicht geschleudert. Den gefärbten Teppich lässt man auf der Wäscheleine aushängen und achtet darauf, dass sich keine Falten bilden.

Große Teppiche – die Herausforderung

Die schlechte Nachricht zuerst – ein großer Teppich passt nicht in die Waschmaschine und die Reinigung, als auch die Färbung müssen von Hand geschehen. Während die Reinigung in Handarbeit so manchen Schweißtropfen kosten wird, ist das gleichmäßige Anhaften der Farbe am Stoff die wahre Herausforderung des Vorhabens.

Teppiche einfärben – Schritt-für-Schritt-Anleitung

➨ Nichts überstürzen – die Vorbereitung

Am Anfang stehen einige Fragen zur Debatte. Zunächst sollte die Wirtschaftlichkeit des Projektes auf dem Prüfstand stehen. Überprüfen Sie, ob der Teppich aufgrund seiner Materialzusammensetzung überhaupt für das Einfärben geeignet ist. Ferner spielt die Größe des Teppichs eine Rolle. Wer sich nicht sicher ist, wie viel Farbe er benötigt und was das Ganze letztlich kosten wird, sollte einen Fachmann zurate ziehen. Wer selbst Hand anlegen möchte, spart auf jeden Fall die Kosten für eine professionelle Einfärbung und damit kann sich die Investition durchaus lohnen und auch rechnen.

Bei der Frage nach der richtigen Farbe spielt vorrangig der eigene Geschmack eine Rolle. Weitere Kriterien sind die vorherrschenden Farben im Raum, denn schließlich soll der Teppich nach seiner Verschönerung den Raum perfekt ergänzen.

💡TIPP: Gute Ergebnisse können erzielt werden, wenn die Textilfarbe dunkler gewählt wird, als die Ausgangsfarbe des Teppichs ist.

Zur Vorbereitung zählen auch praktische Aufgaben. Reicht der Teppich im Raum von Wand zu Wand, wird es nötig sein, zunächst den Raum komplett leerzuräumen. Behindern Möbelstücke den Farbauftrag, wird sich am Ende kein gleichmäßiges Bild bieten. Wer seine Schränke auf der Teppichkante stehen lässt, wird beim Kauf neuer Möbel auch den Teppich entsorgen können. Soll sich der Aufwand wirklich lohnen und langfristig rentieren, ist der Teppich lückenlos einzufärben, dies erfordert als Grundlage einen leeren Raum und einen von allen Seiten gut begehbaren Teppich.

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➨ Grundlagen schaffen – Reinigung des Teppichs

Vor der eigentlichen Farbgebung steht die gründliche Reinigung des Teppichs. Eine besonders effektive Methode dabei ist die Dampfreinigung.

💡TIPP: Dampfreinigungsgeräte können günstig in Baumärkten ausgeliehen werden.

Der Teppich wird gründlich gereinigt. Hierbei sind die Betriebsanleitungen der einzelnen Geräte zu beachten. Jeder Bereich des Teppichs sollte dabei doppelt bearbeitet werden. Dabei kann man sich einer Technik bedienen, die auch vom Rasenmähen geläufig ist. So geht man sicher, keine Stelle zu vergessen.

➨ Geduld ist gefragt – die Trocknung

Nun heißt es, abwarten. Es kann nicht sofort mit dem Farbauftrag begonnen werden, da der Teppichboden erst abtrocknen muss. Auf feuchten Teppichen wird die Farbe nur schwer haften und ein gleichmäßiges Ergebnis kann nicht erzielt werden. Die Trocknung sollte mithilfe eines Schwammes oder auch mit Küchentüchern unterstützt werden.

➨ Es geht los – Farbe anmischen

Für das Anmischen der Farbe sind die jeweiligen Packungshinweise zu beachten. In der Regel wird für das Anmischen heißes Wasser gebraucht. Häufig werden Chemikalien unter das Farbpulver gemischt.

💡TIPP: Während des Umgangs mit Textilfarbe sollten Handschuhe, eine Schutzbrille und angemessene Arbeitskleidung getragen werden.

➨ Vor dem Farbauftrag testen

Bevor der eigentliche Auftrag der Farbe beginnt, bietet es sich an, deren Wirkung an einer unauffälligen Teppichstelle zu testen. Sie geben also auf eine Ecke, die vielleicht später nicht sichtbar sein wird, etwas Farbe. Der Farbauftrag muss nun antrocknen. Dabei richtet man sich nach der auf der Packung angegebenen Trocknungszeit. Überzeugt das Ergebnis, kann es mit dem Auftrag der Farbe endlich losgehen.

➨ Die Farbe auftragen

Der Farbauftrag beginnt an einer Ecke. Anschließend arbeitet man sich über die komplette Fläche langsam vor. Am besten lässt sich die Farbe mit einem Sprüher auftragen. Wer keinen speziellen Sprüher für Flüssigfarbe besitzt, kann auch eine ausgediente Sprühflasche für Glasreinigerspray oder Ähnliches verwenden. Nach dem Auftragen oder Aufsprühen wird die Farbe in den Stoff eingearbeitet. Mithilfe einer Bürste, welche in kreisenden Bewegungen über den Teppich geführt wird, lässt sich die Farbe gleichmäßig einarbeiten.

➨ Fast geschafft – die Trocknung

Auf den Packungen der Farben sollte von den Herstellern eine Trocknungszeit genannt sein. Diese ist unbedingt einzuhalten. Dies gilt nicht nur für die Familie selbst, sondern auch für deren Vierbeiner. Wer auf Nummer sicher gehen will, lässt den Teppich noch eine Nacht länger trocknen als vorgegeben. Fertig – das Ergebnis wird hoffentlich auch Sie überzeugen können.

Kleine Anregung gefällig?

@brokeinstyle1899


Sägen, kleben, schrauben, basteln... seit 2008 bin ich in der Redaktion von Heimwertricks.net die Expertin für DIY-Projekte und selbst gemachte Deko aller Art.