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Badarmaturen austauschen – Hilfreiche Tipps & Montageanleitung

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Badarmaturen austauschen - Hilfreiche Tipps & Montageanleitung
© Osterland - Fotolia.com

Die Armaturen im Bad werden tagtäglich genutzt. Da ist es klar, dass sie irgendwann enorme Verschleißerscheinungen aufzeigen. Dann wird es Zeit, die kompletten Armaturen auszutauschen.

Es gibt viele Gründe, warum der Wasserhahn ausgedient hat. Ein mancher tropft und verschwendet so Wasser, ein anderer passt einfach nicht mehr in den Look des Badezimmers. Soll eine moderne Mischbatterie installiert werden, ist das meist einfacher als so mancher Heimwerker gedacht hat. Tipps und Tricks helfen, dies selbst zu erledigen.

Welcher Wasserhahn passt zu welchem Becken?

An erster Stelle steht natürlich die Qual der Wahl: Welche Mischbatterie soll die alte ersetzen? Eine große Auswahl attraktiver Badarmaturen kann so manchen Handwerker zur Verzweiflung bringen und nach der Geschmackssicherheit der besseren Hälfte rufen. Doch es gibt einige Tricks, wie auch der gestandene Mann die richtige Armatur finden kann. Denn die Auswahl wird von mehreren Faktoren bestimmt:

➥ passende Größe
➥ Wasserverhalten
➥ Freiraum zwischen Auslauf und Keramik

Die Experten von badwell.de empfehlen, beim Kauf der Badarmaturen auf ihr Design zu achten. Badarmaturen sollen heute nicht nur Wasser spenden, sondern sich nahtlos in das Badezimmer integrieren. Gerade im Design gibt es zahllose Varianten: Vom klassischen Einhandhebel über die puristischen Modelle bis hin zur ausgefallenen Vintage-Badarmatur mit Kreuzgriff und Co. Hier ist das Design des gesamten Bades natürlich zu beachten. In der modernen Nasszelle passt kein Retrowasserhahn.

Die Größe hängt ebenso von der Größe des Waschbeckens ab. Kommen die Leitungen aus der Wand – oberhalb oder unterhalb des Beckens? Kann die Armatur direkt am Waschbecken angeschlossen werden? Sind für altmodische Modelle mehrere Anschlussmöglichkeiten im Becken vorhanden? Nur der richtige Platz lässt die Kombination von Wasserhahn und Wasserbecken passend erstrahlen. Ebenso ist das Wasserverhalten der Badarmatur ausschlaggebend. Spritzt es aus dem Becken heraus? Wer in so manchem Punkt unsicher ist, kann sich elektronische Hilfe suchen. So genannte Fitting-Apps aus dem Internetstore helfen bei der Auswahl und Passform.

Zu guter Letzt sind auch die Anschlüsse selbst nicht zu vernachlässigen – diese müssen natürlich mit denen im Bad kompatibel sein. Die Gewindegröße ist hier der wichtige Faktor. Hochdruck oder Niederdruck? Auch danach richtet sich die Auswahl der richtigen Badarmatur. In den meisten Häusern ist bereits Hochdruck weit verbreitet. Auf Nummer sicher gehen Sie, wenn Sie genormte Modelle haben und austauschen. Je ausgefallener, desto aufmerksamer sollten Sie bei der Kompatibilität sein.

Austausch: Schritt für Schritt Anleitung

Für den erfolgreichen Austausch der Badarmatur brauchen Sie nicht viel Werkzeug. Rohrzange oder Schraubenschlüssel, Schraubenzieher, ein Eimer und etwas Fett reichen für das erfolgreiche Unternehmen bereits aus. Zur Sicherheit kann auch ein Anleitungsvideo wertvolle Einblicke gewähren. Der Ablauf ist generell wie folgt:

  1. Wasser abstellen
  2. Restwasser ablassen
  3. Verschraubungen lösen
  4. Reinigung nach Abbau
  5. Einbau der neuen Armatur
  6. Wasser wieder anstellen

❍ Schritt 1:

Vor dem Austausch müssen Sie die Wasserzufuhr unbedingt stoppen. Sonst besteht die Gefahr, dass Sie das gesamte Bad fluten. Streitigkeiten um die Haftung des Wasserschadens sind dann die Folge. Das Abstellen ist am Hauptwasserhahn möglich, so manches Bad bietet aber auch einzelne Hähne für Warm- und Kaltwasser unter dem Waschbecken.

❍ Schritt 2:

Danach müssen Sie aus dem auszutauschenden Modell das letzte Wasser herauslassen – also öffnen. Zur Sicherheit fängt ein Eimer unter dem Waschbecken Restwasser aus den Rohren auf.

❍ Schritt 3:

Erst danach sollten Sie die Verschraubungen öffnen: Mutter zur Befestigung des alten Hahns sowie die Rohre für die Kalt- und Warmwasserleitungen.

❍ Schritt 4:

Ist die alte Armatur ausgebaut, sollten Sie nicht gleich die Neue einsetzen. Der clevere Handwerker reinigt hier erst alle Stellen, die sonst nicht so zugänglich sind. Schmutz und Kalk sollten insbesondere dort verschwinden, wo die Dichtungen des neuen Modells sein werden.

❍ Schritt 5:

Danach kann der neue Wasserhahn befestigt werden: Separieren von Warm- und Kaltwasser ist meist der Bedienungsanleitung zu entnehmen. Tipp: Ist nichts zu finden, dann stellen Sie die Armatur auf die heißeste Einstellung und pusten Sie durch beide Anschlüsse: Der Warmwasseranschluss wird leichter gehen.

❍ Schritt 6:

Bei der Montage sollten Sie die Gummidichtungen mit Fett einreiben, dann die Anschlüsse festziehen und die Armatur öffnen. So entweicht Luft. Erst danach sollte das Wasser wieder freigegeben werden. Dabei müssen Sie alle Verschraubungen auf ihre Dichtheit prüfen. Zur Sicherheit steht hier immer noch der Eimer unter dem Becken.

Nacharbeiten: So wird richtig gepflegt und gereinigt

Damit Sie sich an der neuen Waschbeckenarmatur lange erfreuen können, müssen Sie sie richtig pflegen. Je nach Material sollten hier unbedingt aggressive Reiniger vermieden werden. Diese können nicht nur die Oberfläche angreifen, sondern auch ins Innere dringen und erheblichen Schaden anrichten. Ein Blick auf die Zutatenliste des Reinigers lohnt sich daher: Salzsäure, Chlorbleichlauge, Ameisensäure und Essigsäure sollten besser nicht enthalten sein. Zudem sollten Sie den Reiniger nie direkt auf die Armatur sprühen. Besser ist es, ihn auf ein Tuch oder Lappen zu verteilen und dann die Oberfläche damit abzureiben. Danach ist es wichtig, dass Sie alles mit klarem Wasser abspülen.

Wenn der Wasserhahn tropft

Wenn der Wasserhahn tropft, braucht es in den meisten Fällen kein neues Modell. Hier reicht es schon, wenn Sie die Armatur entkalken und den Dichtungsring austauschen. Kleiner Tipp: Der clevere Handwerker entfernt erst den alten Ring und sucht anhand dessen einen neuen im Fachhandel aus. So stellt er sicher, den gleichen Durchmesser zu wählen. Dichtungsringe sollten etwa alle fünf Jahre ausgetauscht werden. Nach diesem Zeitraum erlischt auch oft die Garantie der meisten Hersteller. Bevor der neue Ring eingesetzt wird, muss aber noch der Wasserhahn entkalkt werden. Der Handel hält hierzu zahlreiche Produkte parat.


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