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Stromleitungen unter Putz verlegen – Schritt für Schritt Anleitung

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Leitungen unter Putz verlegen - Schritt für Schritt Anleitung
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Das Verlegen von Leitungen unter oder im Putz hat einen Vorteil: Die Installation ist nachher unsichtbar. Allerdings raten wir Ihnen, einen Fachmann zu Rate zu ziehen.

Beim Erweitern einer Installation sind etliche Vorschriften zu beachten. Deshalb sollten Sie einen konzessionierten Elektriker um Rat bitten. Vor allem in Feuchträumen besteht eine hohe Unfallgefahr. Daher gibt es auch sehr strenge Vorschriften für die Installationsausführung.

Möchten Sie neue Leitungen verlegen oder eine bestehende Installation verändern, sollten Sie sich erst über die vorhandenen Verteilerdosen, Auslassdosen und Leitungen informieren. Ihre neue Installation muss immer an einer Verteilerdose oder gegebenenfalls an einer Auslassdose beginnen. Soll z.B. eine Steckdose versetzt werden, können Sie den Steckdoseneinsatz entfernen, die Dose als Verteilerdose nutzen und von dort die Leitung zum neuen Montageort verlegen.

Die Installation:

➥ Schritt 1:

Zum Anschluss einer neuen Steckdose benötigen Sie eine dreiadrige Leitung mit dem Schutzleiter (grün-gelb gestreift), dem Mittelleiter (blau) und einem Außenleiter (schwarz). Wollen Sie eine neue Leuchte installieren, sollten Sie eine vieradrige Leitung zur Leuchte führen. Damit können Sie einzelne Lampen (beispielsweise zwei Strahler in einer Leuchte) getrennt schalten. Das würde man dann als Serienschaltung bezeichnen. Zum einfachen Ein- und Ausschalten der gesamten Leuchte genügt aber eine dreiadrige Leitung.

Zum Lichtschalter sollte ebenfalls eine vieradrige Leitung führen – so können Sie jederzeit eine Serienschaltung herstellen. Müssen Sie eine neue Verteilerdose setzen, benötigen Sie noch eine dreiadrige Leitung zur Speisung der neuen Dose aus der bereits vorhandenen Verteilerdose.

Beachten Sie, dass Leitungen an Wänden nur waagerecht und senkrecht in den Installationszonen verlegt werden; an Decken dürfen sie auch diagonal zum Leuchtenanschluss führen. Alle Leitungen müssen parallel zu Decke, Ecke oder Boden verlaufen; Richtungsänderungen sind rechtwinklig auszuführen. Bedenken Sie, dass in den Installationszonen eventuell bereits Leitungen liegen. Diese dürfen Sie natürlich nicht beschädigen. Sicherheit gibt im Zweifelsfall ein Leitungssuchgerät.

Für feste Installationen benötigen Sie Leitungen aus massivem Kupfer, keinesfalls Litze (mit einem Bündel aus Kupferdrähtchen als Leiter). Meist sind die Leitungen NYM und NYIF mit unterschiedlicher Ader-Anzahl geeignet. Die Stegleitung NYIF muss unter einer Putzschicht von mindestens 1 cm Dicke liegen, und zwar nie frei zugänglich oder auf brennbarem Material. Muss im Zuge der Leitungsführung eine Teilstrecke im Mauerwerk und eine andere auf Putz oder Holz liegen, ist die Leitungsart NYM einzusetzen. Der Leitungsquerschnitt sollte bei beiden Leitungsarten 1,5 mm² betragen – dies gilt für jede einzelne Kupferader.

➥ Schritt 2:

Das Einstemmen der Leitungskanäle ist recht mühselig. Per Hand lässt es sich am einfachsten mit einem breiten Meißel und dem Fäustel erledigen. Wesentlich schneller, aber auch viel staubiger, geht die Arbeit mit einem Winkelschleifer oder einem speziellen Nutfräser. Diese Geräte sind mit Stein- oder Diamantscheibe bestückt.

➥ Schritt 3:

Das Befestigen der Leitungen im Kanal ist meist problemlos. Oft genügt es, etwa alle 30 Zentimeter die Leitung mit einem Gipsbatzen festzuhalten. Zum Befestigen von NYIF (Stegleitung) können Sie auch Stegleitungsnägel verwenden, deren Kopf mit einer Scheibe aus Isolierstoff versehen ist. Verwenden Sie keine anderen Nägel. Die Nagellänge richtet sich nach der Art des Mauerwerks und ist durch Probieren zu ermitteln. Schlagen Sie die Nägel nur durch die Verbindungsstege zwischen den Adern. Liegen mehrere Leitungen in einem Kanal, dürfen Sie keinesfalls einen Nagel durch mehrere Leitungen treiben.

Wie sieht es beim Neubau aus?

Bei Neuinstallationen sind die Arbeiten prinzipiell die gleichen, jedoch entfällt dann oft das Ausstemmen des Kanals, da die Leitung einfach auf die nackte Wand genagelt oder durch Gipsbatzen befestigt wird. Übrigens dürfen aus statischen Gründen bei tragenden Wänden häufig keine Schlitze ins Mauerwerk gestemmt werden.

Statt fester Kabel verlegt man beim Neubau immer häufiger auch Leerrohre, in die dann die erforderlichen Adern mit Hilfe einer Einziehspirale von Dose zu Dose eingezogen werden. Diese Installationsart hat den Vorteil, dass nachträglich immer wieder Adern ausgetauscht oder bei Bedarf ergänzt werden können.