Einige Stromkabel, vor allem Ladekabel, sind sehr anfällig. Schnell gehen sie kaputt und machen das jeweilige Gerät funktionsunfähig. Wie Sie die entstandenen Kabelbrüche ganz leicht reparieren können, erfahren Sie hier.

Das Handy lädt plötzlich nicht mehr richtig, die Kaffeemaschine streikt und das Radio gibt nur noch sporadisch einen Ton von sich? Dann muss nicht zwingend das jeweilige Gerät ausgetauscht werden, es könnte sich um einen Kabelbruch handeln. Dies ist keineswegs abwegig, sondern eine der häufigsten Störstellen, wenn elektrische Geräte nicht mehr wie gewohnt funktionieren. Besonders dünne Kabel sind davon betroffen. Werden die Kabel häufig geknickt, greift dies die Innenleiter an, die keinen ausreichenden Schutz besitzen.

Kabel sind natürlich schnell nachgekauft, doch ebenso kann selbst Hand angelegt werden. Anhand einiger einfacher Schritte erklären wir Ihnen, wie sich ein Kabelbruch schnell beheben lässt und Kopfhörer, Handy & Co. wieder einwandfrei funktionieren.

Wenn der Kabelbruch zur Gefahrenquelle wird

Bei einem Kabelbruch sind die Leitungen nicht mehr ausreichend isoliert, liegen sogar oftmals komplett offen. Besitzen die einzelnen Adern dann nicht ausreichend Abstand zueinander, tritt ein Spannungsüberschlag auf. Dabei wird eine Hitze von mehreren Tausend Grad erzeugt. Die Folge ist Kabelbrand.

💡TIPP: Mit einem Brandschutzschalter können Sie sich vor Kabelbrand schützen, da der Strom dann rechtzeitig abgeschaltet wird.

Liegen die Leitungen offen und wir kommen damit aus Versehen in Berührung, erleiden wir einen Stromschlag, es fließt also Strom durch unseren Körper. Stromschläge können sehr gefährlich sein und unter Umständen sogar zum Tode führen. Besonders gefährdet sind Kinder und Haustiere.

Einen Kabelbruch selbst reparieren – Ja oder Nein?

Dies hängt sicher damit zusammen, ob Sie sich eine Reparatur überhaupt zutrauen. Wenn Sie die nachfolgenden Schritte beherzigen, kann bei der Reparatur des Kabelbruchs nichts schiefgehen. Dennoch lohnt nicht jedes Kabel automatisch die Reparatur. Die Kabel billiger Kopfhörer und Ohrstöpsel haben Sie schnell durch neue ersetzt. Auch bei Netzwerkkabeln lohnt sich die Reparatur nicht.

Besitzen Sie dagegen hochwertige Kabel und Geräte, die mit dem Anschlusskabel fest verbaut sind, dann ist die Reparatur des Kabelbruchs in jedem Fall eine Option. Wichtig ist, auch zu schauen, wo sich der Kabelbruch befindet. Tritt der Bruch eher mittig auf, kann das Kabel meist leicht repariert werden.

Schwieriger wird es, wenn der Bruch unmittelbar am Steckeranschluss auftritt. Viele Stecker bestehen aus einem Stück und können nicht geöffnet werden. Dann lässt sich auch der Kabelbruch nicht beheben und es bleibt nur die Anschaffung eines neuen Kabels, bzw. Gerätes, wenn dieses nicht über einen Kabel-Anschluss verfügt.

💡TIPP: Achten Sie beim Kauf von Elektrogeräten auf Kabel-Anschlüsse (Klinken). Dann können Sie defekte Kabel einfach austauschen und müssen nicht das komplette Gerät entsorgen, wenn sich das Kabel nicht mehr reparieren lässt.

Einen Kabelbruch reparieren – die einzelnen Schritte im Überblick

  1. Bruchstelle lokalisieren
  2. Entfernung des defekten Kabelstücks
  3. Abisolierung der Adern
  4. Verbindung der Adern
  5. Isolierung der Adern

1. Wo ist das Kabel gebrochen?

Wie auch bei Knochenbrüchen des Menschen der Fall, ist ein Kabelbruch nicht immer offen, also auf den ersten Blick sichtbar. Ist die Isolierung bereits beschädigt, kann der Bruch gut lokalisiert werden und Sie können zum nächsten Punkt der Liste springen.

Ist vom Bruch äußerlich nichts zu erkennen, schließen Sie das Kabel an das Stromnetz an und bewegen Sie es, während Sie mit den Händen am Kabel entlangfahren. Hört das Radio plötzlich auf zu spielen oder der Kopfhörer verstummt, dann haben Sie die defekte Stelle gefunden.

2. Die Entfernung des defekten Kabelstücks vornehmen

Bevor dieser Schritt durchgeführt wird, vergewissern Sie sich bitte, ob das defekte Kabel auch wirklich vom Stromnetz getrennt ist. Nun kann das Kabelstück herausgeschnitten werden. Dabei ist es wichtig, dass saubere Schnittkanten erzeugt werden und alle Adern sauber und gerade abgetrennt sind.

3. So werden die Adern abisoliert

Jetzt haben Sie zwei getrennte Kabelstücke vor sich. An beiden Enden sind die einzelnen Adern sichtbar. Diese können aber erst wieder neu miteinander verbunden werden, wenn sie ein Stück weit frei liegen. Daher ist es notwendig, das Kabel abzuisolieren. Mit einer Abisolierzange gelingt dieser Schritt am besten. In jedem Fall sollten die Kupferadern an beiden Kabelenden einige Zentimeter frei liegen.

4. So können Sie die Adern wieder miteinander verbinden

Nun sollten alle Kupferadern frei liegen. Es geht jetzt darum, diese, entsprechend der Farbe der Ummantelung, wieder miteinander zu verbinden. Für die Verbindung bieten sich verschiedene Möglichkeiten.

💡TIPP: Vor der Verbindung sind die Kupferadern mit jeweils einem Schrumpfschlauch zu versehen. Dies ist notwendig, um die Adern nach ihrer Verbindung wieder isolieren zu können.

Die einzelnen Möglichkeiten der Verbindung im Einzelnen

Crimpen

  • Für das Crimpen werden eine Crimpzange und spezielle Rundstecker und Hülsen benötigt. Der Stecker und die Hülse werden jeweils auf ein Ende der Adern gesteckt.
  • Mit der speziellen Quetsch-Zange werden die Enden festgedrückt.
  • Anschließend werden Stecker und Hülse zusammengesteckt.Crimpen garantiert besonders robuste Verbindungen und wird immer beliebter.

Verdrillen

  • Beim Verdrillen handelt es sich um die einfachste Methode, allerdings auch um eine weniger robuste Verbindung.
  • Es wird kein spezielles Werkzeug gebraucht.
  • Die Kupferdrähte werden einfach aufeinandergelegt und anschließend miteinander verdrillt, also verwickelt.
  • Die nun offene Kabelstelle muss ebenfalls isoliert werden.
  • Neben der bereits beschriebenen Anwendung des Schrumpfschlauches ist es auch allgemein üblich, die Kabel mit Isolierband zu umwickeln.
  • Das Verdrillen ist keine stabile Verbindung und für Kabel, welche häufig bewegt und beansprucht werden, nicht geeignet.

Löten

  • Wer im Besitz eines Lötkolbens ist, kann diese herkömmliche Methode anwenden.
  • Das Lötzinn wird mithilfe des Kolbens erhitzt und auf die Adern aufgetragen.
  • Die beiden Adern werden fest aneinandergedrückt und das aufgetragene Lötzinn nochmals erhitzt.
  • Ist das Material erkaltet, wird der Schrumpfschlauch über die Lötstelle gezogen und ebenfalls erhitzt.
  • Jetzt ist die Verbindung nicht nur fest, sondern auch isoliert.

Wie lassen sich Kabelbrüche vermeiden?

Sie wissen zwar inzwischen, wie sich ein Kabelbruch beheben lässt, noch besser allerdings ist es, wenn es gar nicht erst dazu kommt. Von Kabelbruch betroffen sind häufig Kabel, welche oft bewegt werden. Wer also Kabel transportiert, sollte darauf achten, dass diese ordnungsgemäß aufgerollt sind und nicht knicken. An diesen Knicken entstehen sehr schnell Bruchstellen.

Werden Kabel längere Zeit nicht benutzt, sind sie ordnungsgemäß zu lagern. Unübersichtlicher Kabelsalat ist ebenfalls zu vermeiden. Wird ein Netzkabel aus der Steckdose entfernt, sollte niemals am Kabel selbst, sondern immer am Stecker gezogen werden. Wer am Kabel zieht, riskiert die bereits beschriebenen schwierigen Kabelbrüche, welche sich häufig nicht mehr beheben lassen.

Gelernter Fußbodenleger (IHK), mit jahrelanger Erfahrung als Sanitär- und auch Vermessungstechniker. Dazu privater Bauherr mit eigenem Haus und Garten. Gründer und Chef-Redakteur von Heimwerkertricks.net