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Warmdach oder Kaltdach? – Das sind die bautechnischen Unterschiede

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Warmdach oder Kaltdach? – Das sind die bautechnischen Unterschiede
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Prinzipiell gilt, die Wärmedämmung bei einem Kaltdach ist wesentlich aufwendiger. Hierzu müssen mehrere Schichten auf dem Dachstuhl angebracht werden.

Immer wieder werden Bauherren und Modernisierer mit der Frage konfrontiert: Warmdach oder Kaltdach? Der Laie wird antworten: Natürlich will ich es warm haben. Was soll die unsinnige Frage? Tatsächlich verbergen sich hinter den Bezeichnungen Warm- bzw. Kaltdach zwei unterschiedliche bautechnische Lösungen.

Das Kaltdach

Beim früher allgemein üblichen Kaltdach bleibt über der Dämmschicht zwischen den Sparren ein Hohlraum von mindestens 2 cm Höhe. Von der Traufe bis zum First kann hier Luft durchströmen und eventuell in die Dämmung eingedrungene Feuchtigkeit abführen.

Das Warmdach

Beim Warmdach dagegen wird der Raum zwischen den Sparren vollständig mit Dämmung gefüllt. Man spricht daher auch von Sparrenvolldämmung. Die höhere Dämmschichtdicke bringt natürlich bessere k-Werte und damit höhere Energieeinsparung. Damit keine Wasserdampfmoleküle aus der Raumluft in die Dämmung zwischen den Sparren eindringen können, muss beim Warmdach aber eine raumseitige Dampfbremse eingebaut werden. Man benutzt hier spezielle PE-Folien mit besonders hohem Diffusionswiderstand. Einige Dämmstoffhersteller bieten heute komplette Dämmsysteme an, zu denen neben der richtigen Folie auch Klebebänder für die Anschlüsse gehören. Es kommt nämlich nicht nur darauf an, die Schrägen in der Fläche durch Folie abzudichten. Sämtliche seitlichen Anschlüsse müssen beim Warmdach absolut winddicht sein. Denn wo Zugluft eindringt, kann zwangsläufig auch Feuchtigkeit in die Dämmschicht gelangen.

Bei korrekter Ausführung ist der Warmdachkonstruktion heute eindeutig der Vorzug zu geben. Um die Dämmwerte von Niedrigenergiehäusern oder so genannten Passivhäusern zu erreichen, wird sogar noch unterhalb der Sparren eine zusätzliche Dämmlage eingebaut.