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Kreissägeblatt: Welches ist das richtige?

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Das richtige Kreissägeblatt auswählen
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Wer Holz, Metall, Kunststoff und Co. selber zuschneiden möchte, der benötigt dafür eine Kreissäge. Doch welches Kreissägeblatt ist für welches Material überhaupt das richtige?

In jedem Leben eines Mannes ist irgendwann der Tag gekommen, an dem er seine eigene Heimwerkerwerkstatt einrichten darf. Neben Werkbank, Bohrmaschine, Akkuschrauber und Stichsäge darf natürlich auch die Kreissäge (Tischkreissäge und/oder Handkreissäge) auf keinen Fall fehlen. Mit ihr lassen sich schnell und präzise gerade Schnitte erzielen. Zudem ist sie vor allem für dickere Materialien geeignet. Neben Holzbalken, Bodenbeläge, Hartholz und Kunststoff lassen sich damit auch Stein und Beton schneiden. Grundvoraussetzung hierfür ist jedoch, dass Sie das passende Kreissägeblatt auswählen. Denn nicht jedes Sägeblatt ist für jedes Material geeignet. Nachfolgend ein kleiner Ratgeber für die richtige Wahl des Kreissägeblattes.

So wählen Sie das richtige Kreissägeblatt aus

Wenn Sie auf der Suche nach dem richtigen Kreissägeblatt für Ihre Heimwerkertätigkeit sind, dann sollten Sie am besten Schritt für Schritt vorgehen. Denn Kreissägeblätter unterscheiden sich nicht nur im Material, sondern auch in der Anzahl der Zähne, der Zahnstellung, der Form der Zähne und auch in der Spantiefe. Je nachdem, welches Material Sie bearbeiten wollen, müssen Sie schauen, ob jedes der eben genannten Punkte zum jeweiligen Kreissägeblatt und somit zum Material passt.

❍ Material des Kreissägeblattes:

Zunächst einmal sollten Sie wissen, dass man zwischen drei Typen von Sägeblattwerkstoffen unterscheidet. Es gibt sowohl einteilige Kreissägeblätter als auch Verbundkreissägeblätter und eine Sonderform.

einteilige Kreissägeblätter (CV-Sägeblätter):

Einteilige Kreissägeblätter, auch CV-Blätter (aus Chrom-Vanadium-Stahl) genannt, bestehen aus Bandstahl oder Hochgeschwindigkeitsstahl, aus dem sie herausgestanzt werden. Stammblatt und Zähne sind also aus dem selben Material. Diese Kreissägeblätter werden vor allem für Lang- und Querschnitte von Vollholz eingesetzt.

Derartige Kreissägeblätter sind in der Regel relativ günstig. Dafür müssen sie aber auch selbst nachgeschliffen werden. Eine ausführliche Anleitung dazu finden Sie hier auf Youtube.

Verbundkreissägeblätter (HM-Sägeblätter):

Bei Verbundkreissägeblättern, auch hartmetallbeschichtete Blätter genannt, bestehen Stammblatt und Zähne im Unterschied zu einteiligen Kreissägeblättern aus verschiedenen Materialien – sprich also aus zwei Teilen. Und zwar ist es generell so, dass die Mitte aus einem Metallkörper besteht. Auf diesen Metalltragkörper werden dann wiederum ringsherum Zähne aus Hartmetall oder Diamant angebracht. Verbundkreissägeblätter sind somit bestens zum Auftrennen, Trennen, Ablängen und Nuten von Harthölzern und Verbundwerkstoffen geeignet.

Derartige Kreissägeblätter sind in der Regel etwas teurer. Dafür müssen sie aber nicht nachgeschliffen werden. Und wenn doch, dann aber erst nach einer sehr langen Zeit.

NF-Sägeblätter (Sonderform):

Es gibt auch noch eine Sonderform, die sich NF-Sägeblatt nennt. Dabei handelt es sich um ein Sägeblatt, das „nagelfest“ ist. Das bedeutet, dass man damit auch Material schneiden kann, dass Fremdkörper enthält. Beispielsweise etwa Palettenholz mit darin verbliebenen Nägeln.

❍ Durchmesser des Kreissägeblattes:

Bei der Wahl des richtigen Kreissägeblattes kommt es auch auf die richtige Größe dessen an. Hierbei müssen Sie zunächst in der Bedienungsanleitung Ihrer Kreissäge nachschauen, welches Kreissägeblatt genau in Ihre Maschine passt. Wichtige Werte sind der Durchmesser des Kreissägeblattes und die Bohrungsgröße. Mit diesen Werten können Sie sich dann auf die Suche begeben.

Im Baumarkt oder auch in Online-Shops werden Sie dann auf Beschriftungen wie beispielsweise 300 x 30 x 2,4 mm Z=60 stoßen. Die erste Zahl steht dabei für den Sägeblattdurchmesser. Die zweite Zahl stellt den Bohrungsdurchmesser dar. Der dritte Wert gibt die Schnittbreite an. Z=60 gibt wiederum an, wie viele Zähne das Sägeblatt besitzt. In diesem Beispiel sind es 60.

Kleiner Tipp:
Wenn Sie sich nicht lange auf die Suche nach der passenden Größe für Ihre Kreissäge begeben möchten, dann notieren Sie sich zunächst alle passenden Werte zu Ihrer Kreissäge und auch die gewünschte Zähneanzahl. Anschließend können Sie auf Internetseiten wie z.B. www.contorion.de unter dem Menüpunkt „Festool Holzkreissägeblatt“ einfach die gewünschten Werte eingeben. Im Nu werden Ihnen dann passende Kreissägeblätter angezeigt. Metallkreissägeblätter und Universal-Kreissägeblätter finden Sie hier natürlich aber auch.

❍ Zähne des Kreissägeblattes:

Die wohl wichtigsten Kriterien bei der Auswahl des passenden Kreissägeblattes sind die Anzahl und die Stellung der Zähne.

• Anzahl der Zähne:

Wenn Sie durch den Baumarkt gehen, werden Ihnen sicherlich die unterschiedlichsten Kreissägeblätter auffallen. Die einen haben nur wenige große und andere wiederum viele kleine Zähne. Und das hat auch seinen Grund. Denn die Anzahl der Zähne bestimmt das Einsatzgebiet des Kreissägeblattes, die Schnittqualität und die notwendigen Vorschubkräfte. Man unterscheidet hier generell zwischen drei Gruppen:

Kreissägeblätter mit weniger als 36 Zähnen:
Kreissägeblätter mit weniger als 36 Zähnen eignen sich am besten für schnelle Längsschnitte. Die großen Zähne überzeugen durch ihre gute Schnittleistung, erzeugen dafür aber im Gegenzug einen rauen und groben Schnitt.

Kreissägeblätter mit 36 bis 48 Zähnen:
Sägeblätter mit 36 bis 48 Zähnen sind für Querschnitte bestens geeignet.

Kreissägeblätter mit mehr als 60 Zähnen:
Hat ein Kreissägeblatt 60 oder sogar noch mehr Zähne, dann ist es optimal für besonders feine Schnitte geeignet. Zudem lassen sich damit auch härtere sowie dünne Materialien bestens sägen.

Merke also:
Sägeblätter mit wenigen aber großen Zähnen eignen sich für alle Längsschnitte, bei denen Sie entlang der Holzfaser sägen. Sägeblätter mit vielen kleinen Zähnen eignen sich hingegen optimal für Querschnitte entgegen der Holzfaser. Außerdem gilt: Je mehr Zähne ein Sägeblatt hat, desto sauberer wird der Schnitt.

• Stellung der Zähne:

Wenn Sie sich Kreissägeblätter mal etwas genauer anschauen, werden Sie erkennen können, dass sich die Zähne nicht nur in der Größe und der Anzahl unterscheiden, sondern auch in der Stellung. Man unterscheidet hier drei Arten:

positive Zahnstellung:
Hat das Kreissägeblatt eine positive Zahnstellung, dann zeigen die Spitzen der Zähne schräg nach vorne. Prinzipiell gilt: Je weniger Zähne ein Blatt hat, desto positiver ist die Zahnstellung eingestellt. Diese Kreissägeblätter eigenen sich optimal zur Bearbeitung von Holz.

neutrale Zahnstellung:
Hat das Kreissägeblatt eine neutrale Zahnstellung, dann sind die Spitzen der Zähne gerade ausgerichtet. Diese Kreissägeblätter eigenen sich optimal zur Bearbeitung von Metall.

negative Zahnstellung:
Hat das Kreissägeblatt eine negative Zahnstellung, dann zeigen die Spitzen der Zähne schräg nach hinten. Diese Kreissägeblätter eigenen sich optimal zur Bearbeitung von harten Stoffen.

❍ Kreissägeblatt für das passende Material auswählen:

Nun haben Sie ja schon so einiges über ein Kreissägeblatt erfahren. Sie wissen nun schon, was für Kreissägeblätter es gibt und wofür sie sich eignen. Die nachfolgende Übersicht soll Ihnen nun noch einmal konkret zeigen, für welches Material Sie welches Kreissägeblatt verwenden sollten:

Sägeblatt für Sägeblattart
Kunststoff (z.B. Feinarbeiten)Sägeblätter mit 60 oder mehr Zähnen
Metall (z.B. Kupfer, Stahl oder Aluminium)Sägeblätter mit 60 oder mehr Zähnen
Feinarbeiten (z.B. hochwertige Holzstücke)Sägeblätter ab 36 Zähnen
Grobarbeiten (z.B. Brennholz)Sägeblätter mit 20 bis 24 Zähnen

Nachfolgend sehen Sie noch ein sehr informatives Video zum Thema „Welches Kreissägeblatt ist das richtige?“:

Wichtig: Sicherheit geht vor!

Auch wenn Sie noch so oft mit der Kreissäge arbeiten und schon ein echter Profi im Umgang damit sind: Sicherheit geht immer vor! Viel zu oft hört bzw. liest man in den Medien Schlagzeilen wie „Horror-Unfall: Finger mit Kreissäge abgetrennt“ oder „Kreissäge tötet Bauarbeiter“. Überprüfen Sie deshalb regelmäßig, ob Ihre Kreissäge Beschädigungen aufweist, tauschen Sie defekte Kreissägeblätter aus und achten Sie bei der Arbeit mit der Kreissäge immer darauf, dass Sie sämtliche Schutzmaßnahmen einhalten. Durch Unachtsamkeit ist es leider schon viel zu oft zu Unfällen an der Kreissäge gekommen. Also unterschätzen Sie das Risiko niemals! Unter www.bghm.de finden Sie passende Hinweise und auch eine Checkliste rund um das Thema Arbeiten an Kreissägen.