Start Tipps & Tricks Kaminofen pflegen und reinigen – So wird’s gemacht

Kaminofen pflegen und reinigen – So wird’s gemacht

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Kaminofen reinigen und pflegen
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Kaminöfen spenden Wärme und machen den Wohnraum gemütlicher. Damit sie das allerdings einwandfrei tun, müssen sie regelmäßig gereinigt und auch richtig gepflegt werden.

Mit einem Kaminofen ist es ein wenig so, wie mit tollen Feiern: nachdem der Abend in vollen Zügen genossen wurde, kommt danach die Arbeit. Denn dann heißt es Aufräumen und Putzen. Doch es muss sein, denn Ruß und Asche setzen dem Gerät zu und können im schlimmsten Fall zu irreparablen Schäden führen. Daher sollten Besitzer von Kaminöfen regelmäßig zu Putz- und Pflegemitteln greifen – dann klappt es auch lange mit den lauschigen Abenden vorm lodernden Feuer.

„Ich habe Feuer gemacht!“ – Und nun?

Keine Sorge, ein Kaminofen muss nicht nach jeder Nutzung vollständig gereinigt werden. Aber einmal pro Jahr ist Minimum. Vielbenutzer sollten die Reinigung einzelner Teile auf jeden Fall öfter einplanen. Die folgende Übersicht gibt Aufschluss darüber, welches Teil in welchen Abständen gereinigt werden sollte:

  • Rauchrohr: mindestens einmal im Jahr und nach der Reinigung des Schornsteins
  • Brennkammer: alle drei Tage
  • Isolierung: einmal pro Woche
  • Aschekasten: alle zwei Wochen

Der beste Zeitpunkt für eine vollständige Grundreinigung ist im Frühjahr nach der Heizperiode, damit das Gerät im Herbst sofort wieder genutzt werden kann. Doch vor der Inbetriebnahme zur kühlen Jahreszeit sollte unbedingt noch mal geprüft werden, ob

  • das Rauchrohr frei ist
  • die Brennkammer sauber
  • die Isolierung dicht und
  • der Aschekasten sowie der umliegende Bereich sauber ist.

So wird der Kaminofen von innen gereinigt

Bevor es ans Putzen geht, muss der Kaminofen ausgeschaltet werden. Auch die Glut sowie alle Teile des Ofens sollten vollständig ausgekühlt sein, um das Verletzungsrisiko zu minimieren. In der folgenden Tabelle geht es zunächst um die Innenreinigung des Kaminofens. Um an diese Teile zu gelangen, muss die Tür an der Vorderseite geöffnet werden. Viele Modelle verfügen auch über eine spezielle Reinigungsöffnung am Rauchrohr, durch die man alle wichtigen Stellen erreicht. Sollte die Rauchleitplatte im Weg sein, kann diese entnommen werden.

TeilHinweise
Rauchrohr bzw. RauchgaswegeEine regelmäßige Wartung des Rauchrohrs sorgt dafür, dass der Rauch optimal abziehen kann. Bei den meisten Kaminöfen kann dieses Rohr abmontiert werden, um es leichter mit einer Bürste zu reinigen. Beim Anbau sollte darauf geachtet werden, dass alles luftdicht abgeschlossen ist, damit die Rußbildung minimiert wird.

Sollte das Rohr aus irgendwelchen Gründen nicht abmontierbar sein oder es hartnäckige Aschereste geben, hilft auch ein Entrußungspuder.
BrennkammerDie Brennkammer ist dafür verantwortlich, dass der Ofen den Inhalt sauber verbrennt. Ein Aschestaubsauger oder Nass- und Trockensauger sind bei der Reinigung eine große Hilfe, da dank praktischer Aufsätze auch schwer erreichbare Stellen kein Problem sind.
IsolierungUm die Verbrennung des Holzes besser regulieren zu können und den Holzbedarf so ökonomisch wie möglich zu halten, muss die Isolierung dicht sein. Kleinste Partikel können aber schon dafür sorgen, dass der Ofen zu viel Luft zieht. Reinigen Sie die Abdichtung daher mit einem weichen feuchten Tuch von Verunreinigungen.
KonfektionsrohrDas Konfektionsrohr sichert einen effektiven Wärmezufluss – aber nur wenn es frei ist. Auch hier hilft ein Aschestaubsauger, das Rohr sauber zu halten.
AschekastenAuch wenn Experten empfehlen, eine dünne Ascheschicht auf dem Boden des Kaminbodens liegen zu lassen, damit die Brennkammer besser isoliert ist, sollte der Aschekasten etwa alle zwei Wochen (bei Bedarf auch öfter) mit passendem Kaminbesteck oder einem Aschesauger geleert werden. Auch der umliegende Bereich sollte gereinigt werden, da die angesammelte Asche dafür sorgen kann, dass die Tür nicht vollständig schließt und so undicht ist.

Neue Kaminöfen verfügen zudem über eine Automatik, welche für eine optimale Regulierung der Luftzufuhr zuständig sind. Doch damit diese Technik funktioniert, müssten alle Teile von Asche befreit werden. Zieht man den Griff hierfür vollständig heraus, können auch die Aschereste im Inneren der Steuerung entfernt werden.

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Ständig verrußte Scheiben – gar nicht so natürlich wie es scheint

Wer das Feuer im Kaminofen nicht nur hören, fühlen und riechen, sondern auch sehen will, kann durch verrußte Scheiben an dem schönen Anblick des lodernden Feuers gehindert werden. Doch das muss es nicht sein, denn wenn Sie die folgenden Punkte beachten, bleibt die Sicht frei:

  • Der Feuchtigkeitsgehalt im Holz sollte nicht höher als 18 Prozent sein.
  • Der Schornstein des Kaminofens ist frei und zieht ausreichend Luft.
  • Die sekundäre Luftzufuhr muss weit genug bzw. vollständig geöffnet sein.
  • Beim Anheizen wird direkt Vollgas gegeben, damit der Schornstein sofort warm wird.
  • Die Tür ist in den ersten Minuten geöffnet.
  • Danach wird die Tür geschlossen und ist dicht (Isolierungen prüfen!).

Sollte die Scheibe dennoch mal verschmutzt sein, können Sie sie ganz einfach nach dem Abkühlen der Asche mit einem feuchten Tuch reinigen. Bei hartnäckigen Verschmutzungen kann es helfen, einen Lappen oder zerknülltes Zeitungspapier mit kalter, weißer Holzasche aus Scheitholz zu benetzen. So kann der Ruß effizient von der Scheibe gescheuert werden. Asche von Briketts sollten Sie dazu nicht verwenden, da diese manchmal Zusatzstoffe beinhalten. Das kann zum Zerkratzen der Glasoberfläche führen. Dafür sind Ceranfeldschaber (vorsichtig angewendet) ebenfalls eine gute Hilfe.

Übrigens:
Moderne Kaminöfen verfügen über eine so genannte Scheibenspülung. Diese sorgt für warme Luft auf der Scheibe, wodurch die Rußbildung unterbunden wird.

So wird der Kaminofen von außen gereinigt

Nachdem im Inneren alles glänzt, gilt es die Außenflächen des Kamins zu reinigen. Hierfür eignet sich ein trockenes, weiches Tuch oder ein Staubsauger mit einem kleinen Bürstenkopf als Aufsatz. Sofern die Stahlfläche pulverbeschichtet ist, kann hier auch mit Seifenlauge gearbeitet werden – vorher sollten Sie aber unbedingt die entsprechenden Reinigungshinweise des Herstellers lesen. Wenn es dazu keine Informationen gibt, können Sie an einer unauffälligen Stelle testen, wie das Material reagiert.

Vorsicht:
Auf Alkohol und andere aggressive Lösungsmittel sollten Sie bei der Reinigung dennoch eher verzichten, um die Beschichtung nicht zu beschädigen. Durch falsche Reinigungsmittel kann es zu Flugrost kommen, der die Oberflächen in Mitleidenschaft zieht.

Auch Wasser bzw. Feuchtigkeit mögen Kaminöfen nur begrenzt. Daher sollten Sie darauf achten, dass das Tuch bei der Reinigung anderer Teile nicht zu feucht ist und Wasserreste umgehend entfernen. Auch die Bodenplatte und der Fußboden sollten trocken bleiben.

Mit der richtigen Pflege und Wartung teure Schäden vorbeugen

❍ Thermosteine austauschen:

Neben der Reinigung müssen auch hin und wieder Teile des Kaminofens erneuert werden. Hierzu gehören die Thermosteine der Brennkammer, denn mit der Zeit brechen möglicherweise Stücke heraus oder es bilden sich Risse darin. Sobald diese länger als etwa einen halben Zentimeter sind, sollten Sie die Platte austauschen. Wer oft und gerne heizt, sollte ganze Platten kaufen, um zu sparen. Die großen Stücken müssen lediglich zurecht geschnitten werden und können dann eingesetzt werden. Alternativ dazu gibt es auch fertige Sets mit Thermosteinen, die meistens aber etwas preisintensiver sind.

❍ Isolierung regelmäßig reinigen:

Wie bereits im ersten Teil dieses Ratgebers erwähnt, muss die Isolierung regelmäßig gereinigt werden. Trotz dessen kann sie aber regelmäßig verschleißen, was an Rissen und einer spröden Oberfläche erkennbar ist. In diesem Fall sollten Sie die Isolierung unbedingt austauschen.

Tipp:
Isolierungen halten deutlich länger, wenn Sie auf die Nutzung von Glasreiniger beim Entfernen von Ruß an der Glasscheibe verzichten oder es lediglich vorsichtig auf einen Lappen aufgetragen, statt es großzügig zu versprühen.

❍ Kratzer in der Lackierung ausbessern:

Kratzer in der Lackierung und Flugrost können zu Problemen führen. Daher bieten viele Hersteller hitzeresistente Farbe in praktischen Dosen an, um Schäden selbst zu beheben. Damit die Farbe besser hält, muss die Oberfläche aber zunächst gereinigt werden und getrocknet sein. Sollten Sie zu viel Farbe aufgetragen haben, können Sie diese mit Schmirgelpapier ganz einfach wieder entfernen.

❍ Schrauben nachziehen:

Sollten Funktionsteile wie die Tür des Aschefachs, Griffe oder Scharniere locker sein, hilft es meistens die Schrauben nachzuziehen. Sind diese hingegen nicht mehr leichtgängig, ist eine Behandlung mit einem Spezialfett sinnvoll.

❍ Türdichtung wechseln:

Kontrollieren Sie zudem regelmäßig, ob die Türdichtung noch heile ist. Denn ist diese defekt, können giftige Rauchgase austreten. Genau deshalb ist es so wichtig einen Rauchmelder zu installieren. Die Türdichtung auszutauschen, ist nicht schwer. Hier eine Anleitung, wie Sie die Türdichtung beim Kaminofen wechseln.