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Heizungstypen im Vergleich: Hierauf sollten Bauherren achten

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Heizungstypen Vergleich
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Häuslebauer haben heute bei der Wahl der Heizung viel mehr Möglichkeiten. Schauen Sie sich unseren Vergleich an und finden Sie so, dass für Sie passende Heizungssystem.

Vor einigen Jahren war die Entscheidung für den Heizungstyp bei einem Neubau einfach: Mitte der 1990er Jahre hatten konventionelle Öl- und Gasheizungen noch einen Anteil von zusammengenommen rund 90 Prozent – alternative Heizsysteme galten als teuer und unzuverlässig. Mittlerweile hat sich das Blatt gewendet, nachhaltige Heizungstypen haben sich bewährt und bringen meist auch die geringeren Betriebskosten mit sich. Wo liegen die Unterschiede?

Konventionelle Gasheizung auf dem Rückzug

Zur Ölheizung greift heute kaum noch ein Bauherr: Werden fossile Brennstoffe verfeuert, wird die erheblich effizientere Gasheizung verwendet. Moderne Brennwertkessel erlauben auch eine Nutzung der Abgaswärme, wodurch der Wirkungsgrad auf über 90 Prozent steigt. Die moderaten Mehrkosten gegenüber dem konventionellen Kessel sind gut investiert, der Energieverbrauch sinkt durch die Brennwerttechnik um 30 Prozent. Ein Nachteil liegt allerdings darin, dass ein Anschluss an das öffentliche Gasnetz vorhanden sein muss – im ländlichen Raum ist das keine Selbstverständlichkeit. Zu den besonderen Vorzügen der Gasheizung zählen die vergleichsweise geringen Investitionskosten von rund 7.000 bis 13.000 Euro und die Tatsache, dass kein Raum für die Bevorratung von Brennstoffen eingeplant werden muss. Bei einem Einfamilienhaus mit einer Wohnfläche von 150 m² muss mit jährlichen Betriebskosten von etwa 1.000 Euro gerechnet werden. Mit ein paar einfachen Tipps lassen sich aber die Kosten bei einer Gasheizung senken.

Heizen mit Biomasse: Klimaneutral, aber kostspielig

Die Pelletheizung ist im Betrieb vergleichbar teuer. Das gepresste Holz muss aber trocken gelagert werden, wofür idealerweise gleich ein Vorratsraum einkalkuliert wird. Der Transport der Pellets zum Brenner geschieht dabei automatisch, sodass sich der Bedienkomfort kaum von einer konventionellen Öl- oder Gasheizung unterscheidet. Ein Vorteil besteht darin, dass die Pellets zu einem günstigen Zeitpunkt gekauft werden können – wer den Markt aufmerksam beobachtet kann hierdurch sparen. Der Wirkungsgrad der Pelletheizung ist mit rund 90 Prozent ebenfalls hoch; vor allem ist aber ein klimaneutrales Heizen möglich: Der CO2-Ausstoß entspricht jener Menge, die die Bäume der Umgebungsluft bereits entzogen haben. Zu den Nachteilen zählen die vergleichsweise hohen Investitionskosten von rund 12.000 bis 25.000 Euro. Bei diesen Beträgen sollte aber bedacht werden, dass die Teuerung des Brennstoffs in den nächsten Jahrzehnten vermutlich moderater ausfällt, als dies bei Öl und Gas der Fall ist. Weiterhin werden Förderungen in Form eines Zuschusses oder eines vergünstigten Darlehens vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sowie der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gewährt.

Wärmepumpen: Effizient mit Strom heizen

Immer beliebter wird das Heizen mit Strom: Wärmepumpen nutzen das Prinzip der Kältemaschine, indem sie der Außenluft Wärme entziehen. Die Effizienz wird dabei durch die sogenannte Jahresarbeitszahl (JAZ) angegeben und liegt in etwa bei 4. Das bedeutet, dass die vierfache Wärmeenergie dessen, was als Strom investiert werden muss, genutzt werden kann. Eine Wärmepumpe ist prinzipiell günstig und störungsarm, kann aber nur bei größeren Temperaturunterschieden wirklich effizient genutzt werden. Um diese auch im Winter zu erreichen, wird die Wärmepumpe häufig mit einer Erdsonde kombiniert. Dadurch kann die Tatsache ausgenutzt werden, dass die Temperaturen schon ab einer Tiefe von 40 Metern auch im Winter hoch genug sein können, um ein effizientes Heizen zu ermöglichen. Eine reine Luft-Luft-Wärmepumpe ohne Erdsonde muss dagegen mit einem anderen Heizsystem für den Winter ergänzt werden. Die Kosten liegen mit 12.000 bis 18.000 Euro im mittleren Bereich, die zusätzlichen Stromkosten betragen dafür nur rund 500 Euro, wenn wiederum von einem Einfamilienhaus mit 150 m² Wohnfläche ausgegangen wird. Ein Vorteil: Die Wärmepumpe wird üblicherweise als Fußbodenheizung ausgeführt – und bringt damit nicht nur klimafreundlich, sondern auch komfortabel Wärme in die eigenen vier Wände.