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Gipskartonplatten zuschneiden und befestigen – So wird’s gemacht

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Gipskartonplatten zuschneiden und befestigen - So wird's gemacht
© Ingo Bartussek - Fotolia.com

Gipskartonplatten, im Volksmund auch als Rigips bezeichnet, sind leicht und sehr einfach zu befestigen. Sogar so einfach, dass es selbst für Laien ein Kinderspiel ist.

Die Gipskartonplatte ist vor allem deshalb so beliebt, weil sie sich sehr gut bearbeiten lässt. Das passgenaue Zuschneiden der Elemente ist völlig problemlos. Meist brauchen Sie noch nicht einmal eine Säge. Glatte Kanten müssen lediglich mit einem Cutter-Messer vorgeschnitten werden. Dann kann man das abzutrennende Stück der Gipsplatte nach unten hin abbrechen. Bei Winkeln oder anderen Formschnitten verwendet man besser die Stichsäge. Die Bruch- oder Schnittkanten müssen anschließend gut abgeschliffen werden. Denken Sie auch daran, Öffnungen für Steckdosen herzustellen.

Mit so genannten Schnellbauschrauben werden die Gipsplatten auf der Unterkonstruktion befestigt. Die scharfen Spitzen der Schrauben schneiden sich ohne Vorbohren auch ins Blech der Metallprofile. Bei Holzlatten können Sie statt der Schrauben auch vom Plattenhersteller empfohlene Nägel oder Klammern verwenden.

Wichtig vor der Verwendung: Plattenkanten bearbeiten

Beim Kauf der Gipsplatten ist darauf zu achten, dass es Platten mit zwei verschiedenen Arten der Kantenausbildung gibt: Platten mit halbrunder Längskante (HRK) und Platten mit halbrunder abgeflachter Längskante (HRAK). Die Stirnkanten der Gipskartonelemente sind dagegen meist scharfkantig abgeschnitten. Die Stirnkanten und auch alle glatten Schnittkanten müssen vor dem Beplanken leicht geglättet werden. Hierzu eignet sich besonders der so genannte Kantenhobel, Sie können aber auch einen Surformhobel zum Glätten der Schnittkanten benutzen. Manche Gipskartonplatten besitzen schon werkseitig geglättete Stirnkanten. In diesem Fall müssen Sie die Kante lediglich leicht mit Schleifpapier bearbeiten.

So werden Gipskartonplatten sauber verspachtelt

Mit dem Verspachteln darf man erst beginnen, wenn keine Längenveränderungen der Platten mehr zu erwarten sind, wie sie beispielsweise beim Trocknen feucht gewordener Platten auftreten können. Welches Spachtelverfahren das richtige ist, hängt von der jeweiligen Kantenform der verwendeten Gipsplatten ab. Fugen zwischen Platten mit halbrunder Längskante können in zwei Arbeitsgängen verspachtelt werden. Nach dem ersten Spachteldurchgang lässt man die Masse antrocknen. Im zweiten Arbeitsgang wird überstehendes Spachtelmaterial abgestoßen und noch einmal fein übergespachtelt. In den Bau- und Heimwerkermärkten werden fast ausschließlich Platten mit halbrunder Kante angeboten. Besonders günstig sind leicht zu transportierende Formate von 90 x 125 cm Größe.

Fugen zwischen Platten mit halbrunder abgeflachter Längskante zu verspachteln, erfordert etwas mehr handwerkliches Geschick, denn der Bereich, in dem die Spachtelmasse aufgetragen wird, ist breiter. Allerdings erhält man bei der Verwendung der HRAK-Platten durch das Mehr an Spachtelmasse auch eine stabilere Verbindung zwischen den einzelnen Plattenelementen. Durch das Einsetzen eines Fugendeckstreifens kann die Verbindung noch zusätzlich verstärkt werden.

Zwei wichtige Hinweise:
1. Beim Verspachteln darf die Raumtemperatur nicht unter 10 °C liegen.
2. Verwenden Sie auf keinen Fall Spachtelmasse, die schon beginnt, sich zu versteifen. Sie haftet nicht optimal und erreicht nicht die erforderliche Endfestigkeit.

So wird eine Drempelwand errichtet

➥ Schritt 1:

Markieren Sie zuerst den oberen Anschluss des Drempels. Hierzu benötigen Sie eine auf die gewünschte Höhe zugeschnittene Latte und eine Wasserwaage.

➥ Schritt 2:

Die obere Schiene der Drempelwand wird durch ein U-Profil gebildet. Durch im Innenwinkel angesetzte Schrauben wird das Profil an den Sparren fixiert.

➥ Schritt 3:

Bevor man die Bodenschiene aufsetzt, versieht man sie unterseitig mit einem selbstklebenden Dichtband. Es dient der Verhinderung von Schallübertragungen.

➥ Schritt 4:

Sind das obere und das untere Profil befestigt, können Sie die senkrechten C-Profile einschieben und mit Nieten und Spezialschrauben sicher fixieren.

➥ Schritt 5:

Um an der Dachschräge eine glatte Oberfläche zu erhalten, müssen Sie nicht mit Lattung und Keilen arbeiten. Eine Alternative sind so genannte Direktabhänger. Sie können nun nach und nach die Profile für die Dachschräge mit den Direktabhängern verschrauben. Achten Sie dabei auf den richtigen Abstand zur Wand.

➥ Schritt 6:

Mit Akkuschrauber und Schnellbauschrauben werden Gipsplatten auf Holz- wie auf Metallprofilen befestigt. Die Schrauben haben extra scharfe Spitzen.

Wer es lieber traditionell und preiswert will, entscheidet sich für eine Unterkonstruktion aus Latten. Ihr Abstand sollte in keinem Fall mehr als 50 cm betragen. Treten Niveaudifferenzen auf, müssen Sie die Latten unterfüttern. Distanzklötzchen, die es in verschiedenen Stärken gibt, eignen sich hierfür am besten.

So verschrauben Sie die Platten richtig

Die passgenau zugeschnittenen Gipsplatten können nun angeschraubt werden. Legen Sie die Platten versetzt auf, und verwenden Sie Schnellbauschrauben. Auch der Fensterbereich muss gedämmt und abgedichtet werden. Füllen Sie die Hohlbereiche mit Mineralwolle, bevor Sie hier die Gipsplatten anschrauben. Beim Anschrauben der Platten entsteht ein Druck, der die Folie in die Führungsnut des Fensters presst. Der Öffnungsbereich ist damit perfekt abgedichtet.

So können Sie Gipskartonplatten trennen und sägen

Im Normalfall lassen sich Gipskartonplatten ganz leicht trennen. Beim Einritzen der Platte mit einem Cutter-Messer dient die Wasserwaage als Lineal. Legen Sie den vorgeritzten Gipskarton so auf Ihre Arbeitsplatte, dass der Schnitt an der Kante liegt, und brechen Sie das überstehende Stück nach unten ab. Die entstandene Bruchkante können Sie mit einem Surformhobel glätten. Ist die Platte an allen Seiten passgenau zugeschnitten, kann sie verarbeitet werden. Prüfen Sie, ob Sie Löcher für Steckdosen oder andere elektrische Anschlüsse brauchen. Diese sollten vor dem Anbringen der Platte hergestellt werden.

Kanten bearbeiten und spachteln

Die halbrunde Längskante (HRK) stellt den Heimwerker beim Verspachteln vor keine großen Probleme. Die Spachtelmasse lässt sich gut in die Fugen drücken. Etwas aufwändiger gestaltet sich das Verspachteln bei Platten mit halbrunder abgeflachter Längskante (HRAK). Hier ist handwerkliches Geschick nötig. Die Stirnkanten der Gipskartonplatten sind beim Kauf meist gerade abgeschnitten. Sie müssen vor dem Anbringen auf 2/3 der Plattendicke geglättet werden. Sind die Stirnkanten werkseitig bereits geglättet, genügt es, wenn Sie die Kanten mit einem in Schleifpapier gewickelten Holzklötzchen leicht brechen.

Fugen zwischen halbrunden Kanten werden in zwei Arbeitsgängen verspachtelt. Zuerst tragen Sie überstehendes Spachtelmaterial ab, dann spachteln Sie fein. Bei sorgfältiger Arbeit sind die Fugen am Ende komplett ausgefüllt und Sie erhalten eine nahtlose und glatte Oberfläche für die Weiterverarbeitung. Etwas schwieriger ist für den Heimwerker das Verspachteln von Platten mit abgeflachten Längskanten. Hier sollte man mit Fugendeckstreifen arbeiten. Außenecken versehen Sie am besten mit Alu-Eckschutzprofllen. So verhindern Sie, dass an der Kante später einmal Schäden durch Abstoßen entstehen.

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