Start Tipps & Tricks Dübel hält nicht: Praktische Tipps für Gipswände, Mauerwerk und Fliesen

Dübel hält nicht: Praktische Tipps für Gipswände, Mauerwerk und Fliesen

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Dübel hält nicht Tipps
© Dan Race - Fotolia.com

Einen Dübel in die Wand zu bringen ist normalerweise nicht schwer, klappt aber nicht immer. Woran das liegen kann und was zu tun ist, erfahren Sie hier.

Wenn der Dübel einfach nicht in der Wand oder Decke halten will, passt häufig das verwendete Produkt nicht zum Baustoff. Manchmal ist aber auch während des Bohrens einfach ein Malheur passiert: Das Bohrloch ist zu groß geworden oder beim Bohren wurde der Bohruntergrund zerstört. Welche Tipps und Tricks in solchen Fällen helfen, haben wir für Sie recherchiert.

Schritt 1: So finden Sie den richtigen Dübel für die passenden Baustoffe

Altbau oder Neubau – sobald Sie etwas mit einem Dübel befestigen, sollten Sie genauer untersuchen, welcher Baustoff sich unter Ihrer Tapete verbirgt. Prüfen Sie auch, ob sich Gas-, Wasser- oder Stromleitungen an der Bohrstelle befinden.

Für eine dauerhafte Befestigung benötigen Sie vor allem den richtigen Dübel zum passenden Baustoff. Sie ermitteln die perfekte Kombination, indem Sie dazu die Wand anbohren – an dem Staub lässt sich sehr genau erkennen, aus welchem Baustoff Ihre Wand gefertigt ist. Ist der Staub weiß und sehr fein, rieselt aber, handelt es sich sehr wahrscheinlich um Beton. Bohrmehl aus Ziegeln ist eher rötlich gefärbt, Kalksandsteine fühlen sich sandig an und Bohrmehl von Gipskarton klebt in der Regel am Bohrer.

  • tragfähige Baustoffe wie Beton oder Mauerwerk aus Stein: Universaldübel
  • weniger solide Untergründe: Spezialdübel wie Gipskartondübel für Rigips, Schwerlastdübel für Wände mit Hohlräumen, Federklappendübel für angehängte Decken oder Dämmstoffdübel für die Außenwand.

Schritt 2: So finden Sie den passenden Bohrer

Eine weitere Voraussetzung für den lange haltenden Dübel ist, dass Sie den richtigen Bohrer und die richtige Bohrtechnik wählen. Sonst wird das Bohrloch zu groß und der Dübel findet keinen Halt. Oder aber der Gipskarton bricht ab. Oder die Stege von modernen Lochziegeln werden zerbrochen: Das passiert zum Beispiel, wenn Sie für gemauerte Wände eine Bohrmaschine mit eingeschaltetem Schlagwerk benutzen. Um Löcher in Beton zu bekommen, müssen Sie hingegen den Bohrhammer verwenden.

Bohrer Wand
Grundsätzlich sollten Sie versuchen, die Löcher so exakt wie nur möglich zu bohren. Also rechtwinklig bohren und während des Prozesses nicht die Richtung wechseln. Vermeiden Sie außerdem, zu tief zu bohren: Markieren Sie die gewünschte Tiefe einfach mit Klebeband am Bohrer. Wenn Sie dann mehrere Löcher gleichzeitig bohren, wissen Sie schon um die Tiefe, die Sie brauchen. Dabei gilt jeweils: Das Bohrloch sollte etwas tiefer als die Länge des Dübels sein. Verstopft Bohrstaub dann das Loch, hat der Dübel etwas Spielraum. Um so ein Phänomen zu vermeiden, befreien Sie das Bohrloch nach dem Bohren am besten mit einem Staubsauger vom Bohrmehl, bevor Sie den Dübel in der Wand versenken.

Wählen Sie vom Bohrdurchmesser einen Bohrer, der den selben Durchmesser wie der Dübel hat. Arbeiten Sie mit porösen Baustoffen, nehmen Sie am besten zunächst einen kleineren Bohrer. Poröse Wände bröseln schneller und leisten Bohrern nicht so großen Widerstand. Anschließend können Sie mit einem größeren Bohrer nacharbeiten.

So füllen Sie Bohrlochkrater wieder auf

  • Tipp 1: Gips
    Ist beim Bohren letztendlich doch ein Riesenkrater entstanden, hilft nur noch Gips. Wollen Sie an selber Stelle einen weiteren Bohrversuch starten, gipsen Sie ein Stück Holz mit ein. Das stabilisiert den Halt des Dübels.
  • Tipp 2: Blitzzement
    Wollen Sie Dübel in Altbauwänden befestigen und erwischen aus Versehen eine Fuge, sodass der Dübel nicht greift, hilft Blitzzement: Füllen Sie das Loch auf, setzen Sie dann den Dübel ein und glätten Sie anschließend überstehende Reste. Warten Sie ein paar Minuten, bevor Sie die Schraube einsetzen. Eine Alternative zu Blitzzement bietet Zweikomponentenkleber in Form von Knete.

Spezialfall: So bohren Sie Fliesen

Fliesen reagieren besonders empfindlich auf Bohrer: Es genügt hier ein kleiner Fehler und die Fliesen sind vollends ruiniert. Arbeiten Sie daher mit viel Feingefühl, wenig Druck, langsamer Drehzahl und einem Keramikbohrer. Auf keinen Fall aber mit der Schlagbohrer-Einstellung.

Fliesen bohren Trick Klebeband
Der Trick mit dem Klebeband

Wollen Sie das Loch irgendwann wieder entfernen, bohren Sie am besten in eine Fuge. Um das Splittern der Fliese zu verhindern, kleben Sie ein Kreuz aus Klebeband über die Bohrstelle. So vermeiden Sie auch, dass der Bohrer eventuell abrutscht und die Kacheln beschädigt. Besitzen Sie keinen speziellen Keramikbohrer, können Sie auch einen Eisenbohrer oder sehr feinen Steinbohrer benutzen.

Spezialfall moderne Baustoffe und altes Mauerwerk

Wollen Sie schwere Gegenstände wie Waschtische oder ähnliches in modernen Baustoffen oder altem Mauerwerk befestigen, können Sie die Dübel mit Injektions-Systemen stabilisieren: Die Kombination aus Kunstharz und Gewindestange sorgt für den optimalen Halt. Die Systeme erhalten Sie im Fachhandel.

Denken Sie daran, bei allen Bohrarbeiten keine Handschuhe und weite Kleidung zu tragen, die sich in der Maschine verhaken könnte. Idealerweise nutzen Sie eine Schutzbrille, um sich vor dem Staub zu schützen. Ist Ihr Bohrvorhaben doch einmal gescheitert, und Sie müssen den alten Dübel aus der Wand ziehen, hilft Ihnen dieser simple Trick: Ziehen Sie den Dübel ganz einfach mit einem Korkenzieher wieder aus der Wand.


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Foto1: © highwaystarz - Fotolia.com, Foto2: © Jürgen Fälchle - Fotolia.com