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Poolumrandung – 5 Material-Varianten mit Vor- und Nachteilen

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Poolumrandung Material
© Robert Kneschke - Fotolia.com

Wer einen Pool hat, braucht auch eine passende Umrandung, nicht nur aus optischen Gründen. Doch welches Material eignet sich am besten?

Mit einem Pool im Garten fangen die Ferien vor der eigenen Haustür an. Erfrischen im kühlen Nass, entspannt in der Sonne liegen, was gibt es Schöneres? Damit der Pool auch optisch überzeugt und sich harmonisch in das Gesamtkonzept eingliedert, kommt es auf die passende Umrandung an. Dies ist aber nicht nur ein optischer Aspekt, niemand möchte nach dem Baden im Schlamm waten, weil beim Heraustreten ein tragfähiger und fester Untergrund fehlt. Erfahren Sie nun, welche Möglichkeiten es gibt, eine Poolumrandung anzulegen. Finden Sie das für Sie geeignete Material und werden Sie bei der Gestaltung einfallsreich und kreativ, wir liefern Ihnen die nötigen Tipps und Anregungen.

Ist der Pool eingebaut, kann der Badespaß beginnen, theoretisch, denn es fehlt ein wichtiger Aspekt, nämlich die Anpassung, die Verschmelzung des Pools mit seiner Umgebung. Eine sichere Oberfläche ist ganz wichtig, wenn Sie aus dem Wasser steigen. Daneben sollte sich die Poolumrandung in ihren Farben und Konturen dem Außenbereich anpassen und mit dem Pool eine Einheit bilden. Die Form des Pools sollte von der Umrandung aufgegriffen werden, damit ein harmonisches Gesamtbild entstehen kann. Wichtig ist auch die Beschaffenheit der Oberfläche, welche sich rau, aber nicht zu rau anfühlen sollte, denn schließlich möchten Sie auch barfuß ein angenehmes Gefühl der Fortbewegung verspüren.

Den Pool umranden – aber wie?

Sie haben verschiedene Möglichkeiten, Ihren Pool zu umranden. Zwischen den einzelnen Materialien gibt es diverse Unterschiede in der Verarbeitung und Verwendung. Sie sollten selbst entscheiden, welches Material Ihnen am meisten zusagt und am besten zu Ihrem Garten und Ihrem Swimmingpool passt.
Wir möchten Ihnen folgende Möglichkeiten der Poolumrandung vorstellen:

  1. Fliesen
  2. Naturstein
  3. Holz
  4. WPC
  5. Resysta

❶ Die gängige Variante – Fliesen


Noch vor wenigen Jahren gab es kaum eine andere Option für die Umrandung des Pools – Fliesen waren gängig und beinahe überall anzutreffen. Der Markt bietet eine umfangreiche Palette an Fliesen aller Größen und Formen, dabei lassen sich auch Modelle in Holz- oder Steinoptik finden. Fliesen besitzen leider einen Nachteil, sie rutschen bei Nässe und diese lässt sich am Pool nun mal nicht vermeiden. Damit bei einer Poolumrandung aus Fliesen ungetrübter Badespaß möglich ist, sollte einiges beachtet werden – doch zunächst seien die Vorteile erwähnt:

  • große Auswahl
  • ebener Untergrund
  • viele Farben und Formen
  • pflegeleicht

Beim Kauf gilt es, auf einige Dinge zu achten:

➩ Rutschfestigkeit
Fliesen können bei Nässe eine Unfallgefahr darstellen. Um Verletzungen zu vermeiden, sollten um den Pool nur rutschfeste Fliesen verlegt werden. Rutschfeste Fliesen lassen sich in fünf verschiedene Klassen unterteilen – R9 bis R13. Für die Verlegung am Pool empfehlen sich Fliesen der Klassen R11, R12 und R13. Fliesen der Klasse R13 sind auch bei einer Neigung von mehr als 35 Grad trittsicher. Kleiner Haken: Je rutschfester die Fliese, umso aufwendiger gestaltet sich die Reinigung.

➩ Wasseraufnahmevermögen
Auch im Hinblick auf die Wasseraufnahme lassen sich Fliesen in fünf Gruppen einteilen. Am Pool sollten keine Kompromisse eingegangen werden, entscheiden Sie sich daher für Fliesen der Klassen Ia oder Ib. Diese nehmen nur maximal drei Prozent Feuchtigkeit auf und sind frostbeständig.

➩ Abrieb
Damit Sie lange Freude an Ihren Fliesen haben, ist auch die Abriebklasse maßgebend. Diese bestimmt letztlich, wie sehr sich die Poolumrandung strapazieren lässt. Die Abriebklassen 1 und 2 sollten Sie nicht verwenden, denn diese Fliesen dürfen nur leicht beansprucht werden. Fliesen der Abriebklasse 5 besitzen eine hohe Scheuerwirkung und können entsprechend beansprucht werden. Fliesen der Klassen 3 und 4 sind bedingt für die Poolumrandung geeignet.

❷ Für ein natürliches Erscheinungsbild – Naturstein

Pool Naturstein
© alexandre zveiger – Fotolia.com
Bei der Verlegung von Naturstein als Poolumrandung spielt ebenfalls die Trittsicherheit eine große Rolle, denn auch auf nassen Steinen kann man leicht ausrutschen. Für die Poolumrandung geeignete Natursteinplatten wurden entsprechend bearbeitet und werden „geflammt“ oder „getrommelt“ angeboten. Ist nackter Stein rutschsicher, bietet er ein angenehmes Laufgefühl. Glatte Steine können sich dabei angenehm kühl anfühlen, aufgeraute Steine erscheinen samtig und leicht kribbelig am Fuß. Sie brauchen keine Angst zu haben, sich die Füße zu verbrennen, denn der Naturstein speichert die Hitze und gibt sie erst nach und nach wieder ab. So ist auch am Abend der Aufenthalt am Pool noch angenehm und barfuß laufen möglich.

Es eignen sich folgende Natursteine:

  • Granit
  • Schiefer
  • Sandstein
  • Kalkstein
  • Travertine

Tipp: Travertine liegt im Trend. Der Stein besitzt offene Hohlräume, die für eine bessere Wärmespeicherung sorgen. Weiterhin ist Travertine aufgrund seiner Optik beliebt, welche für südländisches Flair sorgt.

Gemütlich und rustikal – Holz

Poolumrandung Holz
© Luis Viegas – Fotolia.com
Holz wird mit Vorliebe im Garten verbaut, weil dieses Material für eine warme und natürliche Stimmung sorgt und gut mit Pflanzen und Dekorationen harmoniert. Warum also nicht über eine Poolumrandung aus Holz nachdenken? In der Tat sind Umrandungen für den Swimmingpool aus Holz besonders beliebt. Sie können auf exotische und auch auf einige heimische Holzarten zurückgreifen. Exotische Hölzer besitzen die längste Haltbarkeit, sind allerdings auch teuer und oft nur schwer erhältlich.

➔ Tipp: Nicht jedes Holz lässt sich verwenden. Auch die Reinigung gestaltet sich aufwendig.

Einige geeignete Holzarten im Überblick:

HozartErläuterung
TeakholzDas aus Asien stammende Teakholz ist besonders wertvoll.
Das Holz wird seit Jahrhunderten auch im Schiffsbau eingesetzt und ist äußerst robust.
LärcheLärchen wachsen bevorzugt in Eurasien und im Norden Amerikas.
Für die Pool Umrandung empfiehlt sich die besonders robuste Sibirische Lärche.
DouglasieDouglasien besitzen ein sehr beständiges und langlebiges Holz.
Ein Vorteil ist auch die attraktive orangerote Färbung.
CumaruDas Holz des Tonkabohnenbaumes ist robust und kann Wasser aufnehmen.
Attraktiv erscheint die rotbraune Färbung.
ItaubaItaubaholz stammt aus Brasilien.
Das gelbliche bis graubraune Holz wird auch für den Bau von Brücken verwendet.
IpeDas Tropenholz stammt aus Südamerika.
Mit Ipenholz werden auch Bootstege befestigt.
Massaranduba Massaranduba Holz erscheint besonders edel und schimmert rötlich bis violett.
Nach einigen Jahren verändert sich die Farbe allerdings deutlich.
KebonyDieses Weichholz wird speziell behandelt und damit hart und dauerhaft haltbar gemacht.
KieferKiefernholz neigt weniger zu Rissen, als das Holz der Lärche.
Besonders haltbar ist das Holz der Monterey-Kiefer, die aus Neuseeland stammt.
BankireiDas Tropenholz ist hart und beständig.
Sie müssen das Holz nicht jährlich frisch imprägnieren.

Damit Sie keine böse Überraschung erleben und die Poolumrandung in wenigen Jahren wieder austauschen müssen, entscheiden Sie sich in jedem Fall für robustes und widerstandsfähiges Holz, welches Witterungseinflüssen und Pilzbefall trotzt. Fällt Ihre Wahl auf Tropenholz, sollte dieses aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammen. Einen Hinweis darauf gibt das FSC-Siegel.

➔ Tipp: Tropenhölzer splittern leicht und benötigen viel Pflege. Als Alternative gelten Lärche oder Douglasie.

Eine Alternative zu Tropenholz kann Thermoholz darstellen. Die thermisch behandelten Hölzer sind ökologisch wertvoll und werden durch den Vorgang des Erhitzens wasserabweisend und pilzresistent. In Norwegen wurde Kebony auf den Markt gebracht. Dabei wurde Weichholz mit einer biologischen Flüssigkeit behandelt und dadurch härter und formbeständiger gemacht.

➩ Was ist bei Pool Umrandungen aus Holz zu beachten?

  • Das Holz sollte robust und widerstandsfähig sein.
  • Holz verfärbt sich mit der Zeit und erhält eine silbergraue Patina. Je robuster das Holz, umso länger bleibt der natürliche Farbton erhalten.
  • Einige Hölzer neigen zum Splittern, was gefährlich beim Barfußlaufen werden kann.
  • Einige Holzarten heizen sich stark auf, so dass es zu brennenden Füßen beim Begehen kommen kann.
  • Poolumrandungen aus Holz sollten jährlich geölt oder lasiert werden. Nach längerem Gebrauch macht auch Abschleifen Sinn.

Holz+Kunststoff=WPC – mehr als eine Alternative


In den letzten Jahren macht WPC dem Werkstoff Holz zunehmend Konkurrenz. WPC besteht aus Holz und aus Kunststoff. Der Holzanteil liegt dabei etwa bei 60%. Im Gegensatz zu reinen Holzdielen bieten sich einige Vorteile. WPC ist pflegeleicht, hält länger als Holzdielen und neigt auch nicht zum Splittern. Als Nachteil kann angesehen werden, dass für die Herstellung des Kunststoffs eine ganze Reihe an Rohstoffen benötigt werden und einiges an Energie verbraucht werden muss. Die technische Herstellung bringt aber auch die Möglichkeit mit sich, eine große Farbenvielfalt anbieten zu können. Damit können WPC Dielen optimal an den Außenbereich angepasst werden. Auf die charakteristische Holzmaserung muss leider verzichtet werden, denn WPC-Dielen werden nur einfarbig angeboten.

Praktisch und schick – Resysta

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Die Wenigsten unter Ihnen haben wahrscheinlich schon einmal etwas von Resysta gehört. Dies wird sich in den nächsten Jahren vermutlich ändern, denn das ökologische Produkt ist deutlich auf dem Vormarsch. In der Funktionalität ähnelt Resysta dem WPC. Beide Materialien splittern nicht und sind robust und wetterfest. Wenn Sie auf den Holzcharakter nicht verzichten möchten, bietet Resysta eine holzähnlichere Optik als WPC. Das aus Reishülsen, Steinsalz und Mineralöl hergestellte Material lässt sich beliebig ölen oder streichen.

Ein Vorteil ist auch die Montage, diese gestaltet sich keinesfalls aufwendig und kann mit Hilfe einfacher Werkzeuge zur Holzbearbeitung durchgeführt werden.
Resysta ist rutschsicher und vollkommen beständig gegenüber Salzwasser oder Chlor. Beim Barfußlaufen braucht niemand Angst zu haben, sich einen Splitter einzufangen. Sie greifen zu einem umweltfreundlichen Material und schonen damit wertvolle Tropenhölzer. Es handelt sich um ein zukunftsträchtiges Produkt, welches ökologischen Aspekten genügt und auch optisch durchweg überzeugen kann.

Poolumrandung selber bauen – die Vor- und Nachteile der einzelnen Materialien

Wer Poolumrandungen aus Holz einsetzen möchte, entscheidet sich für ein Material, welches sich leicht bearbeiten lässt. Ein wenig handwerkliche Erfahrung sollte jedoch vorhanden sein, um das Projekt zufriedenstellend bewerkstelligen zu können. Achten Sie in jedem Fall auf die Auswahl des Holzes und entscheiden Sie sich für Hartholz mit geringer Splitterneigung. Werden die Holzdielen montiert, sollte dies nicht mit Hilfe von Schrauben oder Nieten geschehen, denn das Wasser könnte durch die Schraublöcher in das Holz gelangen und damit die Haltbarkeit des Materials zusätzlich beeinträchtigen. Es bietet sich dagegen an, die Dielen von unten, unter Zuhilfenahme spezieller Clips und Nieten aus Edelstahl, zu befestigen.

➔ Tipp: Mit Holz lässt sich nicht nur die einfache Poolumrandung gestalten, es lassen sich auch Sitzflächen oder Blumenkästen integrieren.

Fliesen lassen sich recht einfach bearbeiten, allerdings sind der Kreativität Grenzen gesetzt, denn es ist äußerst aufwendig, Sitzflächen oder ähnliches in den Poolbereich einzugliedern und mit Fliesen zu verkleiden. Wichtig für die schnelle und reibungslose Verarbeitung der Fliesen ist ein ebener Untergrund. Gehen Sie bei der Verlegung sorgfältig vor, denn es darf keine Flüssigkeit durch die Fugen gelangen.

➔ Achtung: Verlegen Sie nur rutschfeste Fliesen, ansonsten besteht Unfallgefahr.

Auch die Verlegung von Natursteinen ist recht einfach. Aufgrund der rauen Oberfläche sind Natursteine weniger rutschig. Weiterhin entscheiden Sie sich für ein langlebiges Material und schaffen eine natürliche, mediterrane Atmosphäre.

strong>➔ Tipp: Besonders heimelig gestaltet sich die Stimmung am Pool, wenn Sie bei der Verlegung LED-Einbauleuchten integrieren.

Bei der Verlegung von WCP als Poolumrandung sollten Sie beachten, dass sich die Kunststoffdielen stärker aufheizen als Holzdielen. An heißen Tagen kann sich die Begehung der Poolumrandung dann unter Umständen unangenehm gestalten.

Weitere kreative Ideen zur Gestaltung von Poolumrandungen

Die Poolumrandung sollte nicht nur einen praktischen Zweck erfüllen, sondern sich gut an die Umgebung anpassen. Dabei können Sie verschiedene kreative Ideen zu Hilfe nehmen. Haben Sie viel Platz rund um den Pool, kann eine abwechslungsreiche Poollandschaft entstehen. Sie sind dabei nicht auf die bloße Verlegung der Fliesen oder Dielen festgelegt, werden Sie einfach erfinderisch und unterbrechen die Verlegung, um dort verschiedene Elemente, wie Blumenkästen, Hochbeete oder Wasserspiele einzubringen.

Möchten Sie auf die herkömmliche Verlegung der eben beschriebenen Materialien verzichten und dennoch eine ansprechende Poollandschaft schaffen, kann Ihnen grober Kies als Alternative dienen. Bringen Sie diesen großflächig rund um den Pool auf. Dann gewinnt der Pool ebenfalls eine ansprechende, natürliche Optik und Sie können den Poolbereich begehen, ohne in Schlamm oder Matsch zu waten. Marmorkies bietet dabei einen besonders attraktiven Anblick und ermöglicht hübsche Lichtspiele.

Mögen Sie es eher rustikal und mediterran, sind auch Pflastersteine eine Alternative. Sie können die groben Steine in verschiedenen Farben einsetzen und damit einen Mosaik ähnlichen Anblick schaffen.

Können Sie sich nicht entscheiden, aus welchem Material Ihre Poolumrandung bestehen soll, dann kombinieren Sie doch einfach verschiedene Materialien miteinander. Holz verträgt sich zum Beispiel sehr gut mit Naturstein. Auch Pflastersteine und Natursteine oder WPC und Holz lassen sich miteinander in Verbindung bringen. Wichtig ist dabei, dass Sie eine gewisse Abgrenzung schaffen und die Dielen nicht direkt im Wasser liegen.

Foto1: © alexandre zveiger - Fotolia.com, Foto2: © Luis Viegas - Fotolia.com