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Triste Betonflächen fliesen: Materialanforderungen und Umsetzungstipps

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Eine langweilige Estrichfläche in Innenhöfen lässt sich in eine gemütliche Terrasse verwandeln. Allerdings muss beim Fliesen einiges beachtet werden.

Es gibt Orte, die das Ambiente eines Gefängnishofes versprühen, dabei lassen sie sich oft mit vertretbarem Aufwand in Plätze verwandeln, die im Sommer zum Grillen mit Freunden einladen. Das Schattendasein des Innenhofes findet ein Ende, wenn Sie den tristen Zementestrich mit einem attraktiven Belag aus grobkeramischen Fliesen bedecken.

Verlegetechnik und Materialanforderungen

An Fliesen im Freien werden besondere Anforderungen an Materialien und Verlegetechnik durch Nässe und starke Temperaturwechsel gestellt. Nicht nur die Fliesen, sondern auch Kleber, Fugenmörtel und andere Zusatzstoffe müssen frostsicher und witterungsbeständig sein. Doch wenn sie ständiger Feuchtigkeitsbelastung ausgesetzt sind, kapitulieren selbst die besten Materialien. Irgendwann wird es nämlich dort zu Frostschäden und Ausblühungen kommen, wo beispielsweise nach jedem Regen das Wasser in einer Mulde stehen bleibt. So muss schon bei der Konstruktion sicher gestellt werden, dass sich kein Regenwasser an einer Stelle auf der gefliesten Fläche sammeln kann.

Was tun, damit sich Regenwasser nicht sammeln kann

In einem Beispielinnenhof war beidseitig mit einem Gefälle zur Längsachse hin der Zementestrich angelegt worden. Und zwar dort, wo ein Gully den Abfluss des Wassers ins Kanalsystem gewährleistet hatte. Die Stufe vor der Haustür, die kein entsprechendes Gefälle aufwies, war der einzig kritische Punkt. Ein 1,5 cm hoher Steg hatte an der Türschwelle verhindert, dass bei Sturm und starken Regenfällen Wasser in den Hausflur eindringen konnte. Dieses nützliche Hindernis wurde allerdings durch die Niveauanhebung im Zuge des neuen Fliesenbelags egalisiert. Ein zusätzlicher Abfluss musste deshalb zwangsläufig dort errichtet werden. Die Fliesen wurden diagonal verlegt, um dem kleinen Beispielinnenhof optisch mehr Weite zu geben. Dies geschah von den Längsseiten bis zum tiefsten Punkt des Gefälles, der Mittellinie. Dieses „Tal“ durfte nicht mit Fliesen überbrückt werden und wurde als dauerelastische Dehnungsfuge angelegt. Da es bei sommerlichen Temperaturen und direkter Sonneneinstrahlung auf den Belag zu starken Materialausdehnungen kommt, sollten geflieste Außenflächen grundsätzlich etwa alle 4 m durch Dehnungsfugen getrennt werden.

Dieser Artikel ist aus der Reihe „Fliesen verfugen: Wissenswertes und Material“
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