Start Grundkurse Grundkurs Fliesen verlegen Fliesen verlegen: Unterschiede von Kleber und Mörtel

Fliesen verlegen: Unterschiede von Kleber und Mörtel

454
Fliesen verlegen: Unterschiede von Kleber und Mörtel
© Arpad Nagy-Bagoly - Fotolia.com

Nicht nur die Auswahl an Fliesen ist groß. Auch wenn es um den Untergrund geht, scheiden sich die Geister. Wo liegen die Unterschiede zwischen Kleber, Mörtel &Co.?

Die richtige Wahl des Untergrundes

✛ Mörtelbett

Früher hat man Fliesen ausschließlich in einem etwa 15 mm dicken Mörtelbett angesetzt. Der Vorteil dieser Methode ist, dass Unebenheiten des Untergrunds direkt beim Verlegen ausgeglichen werden können. Allerdings werden hier besonders handwerkliche Fähigkeiten eingefordert.

✛ Dünnbett-Verfahren

Erst seitdem es das Dünnbett-Verfahren gibt, ist das Fliesenlegen zu einer Heimwerker-Domäne geworden. Die Voraussetzung fürs Fliesenlegen ist ein ebener Untergrund, zum Beispiel eine Gipskartonplatte, Gipsputz, etc. Auf diesem Untergrund wird mit der Zahnkelle Dünnbettkleber in gleichmäßiger Schichtstärke aufgezogen. Fliesenkleber, die sich für das Dünnbettverfahren eignen, basieren auf verschiedenen chemischen Wirkungsprinzipien.

✛ Klebemörtel

Hauptsächlich werden hydraulisch härtere Klebemörtel auf Zementbasis verwendet. Diese werden mit Wasser angemischt, indem das Klebepulver mit einem in die Bohrmaschine eingespannten Rührquirl zu einem völlig klumpenfreien Brei vermischt wird. Bis der Klebemörtel verarbeitungsfertig ist, wird von vielen Herstellern noch eine Reifungszeit von einigen Minuten empfohlen, nach der ein weiteres Mal umgerührt werden muss.

✛ Flexkleber

Für Nassbereiche und arbeitende Untergründe benutzt man so genannte Flexkleber. Dabei handelt es sich um Zementkleber, die durch Kunststoffzusätze verbessert wurden. Zementgebundene Fliesenkleber eignen sich sowohl für innen als auch für außen, da sie wasser und frostbeständig sind.

✛ Dispersionskleber

Neben den pulverförmigen, zementgebundenen Klebern eignet sich auch Dispersionskleber für das Anbringen von Fliesen. Diesen kann man gebrauchsfertig kaufen und er eignet sich gut für die Verlegung von Wandfliesen im Innenbereich. Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit Fliese-auf-Fliese zu legen. Für Sanierungen im Altbau findet diese Methode häufig Anwendung.

✛ Zwei-Komponentenkleber

Schließlich wird noch ein so genannter Zwei-Komponentenkleber für besonders stark beanspruchte Fliesen im Handel angeboten. Die beiden Komponenten kommen getrennt verpackt und müssen mit Bohrmaschine und Rührquirl gut vermischt werden.

✛ Fugenmörtel

Fugenmörtel werden im Fachhandel in verschiedenen Farben und für unterschiedliche Fugenbreiten angeboten. Die Regel sind hierbei mit Kunststoff vergütete Trockenmischungen auf Zementbasis.

» Tipp: Die Produkte passen hinsichtlich ihrer Bearbeitungseigenschaften am besten zusammen, wenn sowohl Fliesenkleber als auch Fugenmörtel aus dem System eines Herstellers stammen.

Dieser Artikel ist aus der Reihe „Fliesen: Material- und Werkzeugkunde“