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Stromleitungen anschließen – So wird’s gemacht

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Leitungen anschließen - So wird's gemacht
© Andrey Popov - Fotolia.com

Steckdosen und Schalter anschließen, hört sich vielleicht recht einfach an, ist es aber nicht. Den einen oder anderen wichtigen Punkt gibt es dabei schon zu beachten.

Sind die Leitungen auf der Wand verlegt und die Dosen gesetzt, müssen die Adern der Leitung angeschlossen werden. Dazu ist zunächst die äußere Isolation zu entfernen. Kontrollieren Sie nun die frei liegenden Adern: ihre Isolation darf nicht eingeschnitten oder anderweitig beschädigt sein. Falls das doch einmal geschehen ist, müssen Sie das bereits abisolierte Ende abschneiden und die Leitung erneut abisolieren. Generell ist es beim Abisolieren wichtig, den Kupferleiter nicht zu beschädigen. Ist er eingeschnitten oder angequetscht, kann er später leicht an der dabei entstandenen Einkerbung brechen.

Anschluss der abisolierten Adern an Verbindungsdosen

Der Anschluss der abisolierten Adern erfolgt in Verbindungsdosen meist an Dosenklemmen. Diese haben im Gegensatz zu den kleineren Lüsterklemmen nur eine Schraube und können problemlos mehrere Leiter aufnehmen. Die blanken Aderenden in die Klemme einführen und die Schraube anziehen. Die Klemmschraube muss unbedingt fest angezogen sein, um einen ausreichenden Kontakt der Adern zueinander herzustellen. Allerdings dürfen Sie sie auch nicht zu fest anziehen, da dann die Kupferleiter abgequetscht werden können. Aus der Klemme herausragende Adern kneift man mit dem Seitenschneider ab.

Alternativ zu den Dosenklemmen gibt es die (teureren) schraublosen Steckklemmen. In diese wird der auf etwa 11 mm abisolierte Leiter lediglich eingesteckt.

Anschluss der abisolierten Adern an Schalter

Bei den meisten Schaltern erfolgt der Aderanschluss genau wie bei den Steckklemmen: Der blanke Kupferdraht ist lediglich in die Anschlussklemme einzuschieben. Hier gibt es allerdings eine Nase, die bei Druck den Leiter wieder freigibt. Bei den Verbindungsklemmen muss man den Leiter unter Drehbewegungen aus der Klemme herausziehen.

Anschluss der abisolierten Adern an Steckdosen

Bei Steckdosen und Steckern ist vielfach immer noch ein Schraubanschluss üblich. Hier sollten Sie die abisolierte Kupferader zu einer feinen Öse biegen und diese dann so unter die Schraube legen, dass das offene Ende der Öse in die Richtung weist, in der die Schraube festgezogen wird. Dadurch zieht sich die Öse beim Festdrehen der Schraube zu. Grundsätzlich sollten Sie bei allen Anschlussarbeiten darauf achten, dass das abisolierte Ende einer Leitung vollständig in der Klemme verschwindet und nicht herausragt – dadurch vermeiden Sie Kurzschlüsse.

Bei allen flexiblen Leitungen haben Sie ein kleines Bündel an feinen Kupferdrähtchen vor sich. Zum Anschluss dieser Leiter ist zwingend die Verwendung von Aderendhülsen aus Metall vorgeschrieben, mit denen Sie die empfindlichen Adern schützen. Keinesfalls ist es erlaubt, die Leiter zu verzinnen oder nur zu verdrillen.

Für die Installation benötigen Sie:

Hammer, Fäustel, Meißel, Zollstock, Bleistift, Gipsbecher, Spachtel, Bohrmaschine und Steinbohrer – gegebenenfalls Dosenfräser bzw. Lochsäge. Für Anschlussarbeiten am 230-Volt-Netz sollten Sie vollisolierte Werkzeuge nach VDE verwenden. Das betrifft vor allem Schraubendreher, Kombizange, Seitenschneider und Abisolierzange. Zudem ist für alle Arbeiten mit flexiblen Leitungen eine Ader-Endhülsen-Quetschzange erforderlich.

Außerdem sind mindestens noch zwei Prüfgeräte erforderlich: ein Phasenprüfer und ein Zweipol-Spannungsprüfer. Mit dem Phasenprüfer können Sie einzelne Adern darauf überprüfen, ob sie Spannung führen. Dabei fließt ein sehr kleiner, unschädlicher Strom durch Ihren Körper. Er kann jedoch nicht fließen, wenn Sie auf nicht leitenden Materialien stehen, etwa einer Leiter aus Holz. Es gibt dann keine Anzeige. Trotzdem können Sie einen Stromschlag bekommen, wenn Sie ohne Phasenprüfer die elektrische Leitung berühren!

Mit dem Zweipol-Spannungsprüfer können Sie ebenfalls feststellen, ob an einer Leitung Spannung anliegt. Für den Prüfvorgang müssen die beiden Prüfspitzen des Messgeräts an die beiden Pole der zu messenden Spannung angeschlossen werden. Allerdings zeigt ein Zweipol-Spannungsprüfer nur dann Spannung an, wenn Sie zwischen zwei Leitungen messen – erwischen Sie dabei zum Beispiel den Schutzleiter und den Mittelleiter, wird der Prüfer keine Spannung anzeigen, obwohl an der dritten Leitung Spannung liegen kann. Messen Sie mit dem Zweipolprüfer also grundsätzlich jede Leitungsader gegen jede andere.